Donnerstag, 05. September 2019

Drei Zinnen: Gerettete wollen nicht zahlen

Die mehrfach verweigerte und schließlich doch durchgeführte Rettung von 2 Katalanen an den Drei Zinnen geht in die nächste Runde: Die beiden Bergsteiger weigern sich, zu zahlen.

Die Drei-Zinnen-Causa geht weiter.
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Die Drei-Zinnen-Causa geht weiter. - Foto: © STOL

So etwas habe er in seiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt, sagt Giovanni Cipolotti, Primar der Belluneser Flugrettung, nach dem Fall der beiden Katalanen, die bei ihrer Klettertour in den Zinnen 2 Mal einen Rettungsflug verweigert hatten (STOL hat berichtet). Erst beim dritten Anflug ließen sie sich auf Ersuchen der Mutter des Mannes bei Kälte und Nässe aus der Wand holen.

Nachdem in so einem Fall sowohl in der Provinz Belluno als auch in Südtirol die Kosten für den Helikoptereinsatz von den Geretteten eingefordert werden, kommt auf die Katalanen eine Rechnung von über 20.000 Euro zu. Diese werden sie aber, wie sie erklären, nicht bezahlen.

Wie das Paar, das seine Ferien im Dolomiten-Gebiet auch nach diesen Vorfällen fortsetzt, erklärt, sei es nicht versichert. Die beiden hätten aber keinen Rettungseinsatz verlangt. Darum sei für sie der Fall abgeschlossen.

„Sind Alpinisten, nicht Abenteurer“

Es habe keine Notsituation gegeben. Sie seien aufgrund des Schlechtwetters festgesessen und hätten wegen eines Funklochs nicht mit der am Boden wartenden Mutter telefonieren können. Sie hätten biwakiert und seien mit dem ihren Fähigkeiten entsprechenden Tempo abgestiegen. Ohne Panik.

Sie seien erfahrene Alpinisten und nicht, wie in verschiedenen Medien dargestellt, irgendwelche Abenteurer.

Der Fall des Paares aus Barcelona hat großes Medienecho hervorgerufen und dürfte, angesichts dieser Äußerungen der beiden Katalanen, wohl noch ein längeres Nachspiel haben.

D/mt

stol