Dienstag, 03. September 2019

Drei Zinnen: Verweigerte Rettung wird teuer

Die 2 Mal verweigerte und schlussendlich doch durchgeführte Rettung des katalonischen Paares im Drei-Zinnen-Gebiet durch den Rettungshubschrauber Aiut Alpin dürfte den Bergsteigern teuer zu stehen kommen: Die Kosten belaufen sich auf über 11.000 Euro.

Foto: Christian Tschurtschenthaler
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Foto: Christian Tschurtschenthaler

Wie berichtet, saßen die beiden Kletterer aus Barcelona mehrere Tage in einer Wand der Drei Zinnen fest, verweigerten jedoch zwei Mal die Rettung durch den Hubschrauber Aiut Alpin Dolomites und die Bergrettung, bis sie am Montag bedingt durch das schlechte Wetter endlich zustimmten (STOL hat berichtet).

Die Mutter des Mannes hatte auf der Auronzohütte auf die Rückkehr des Paares (ein 45-Jähriger und eine 36-Jährige) gewartet und schließlich die Bergrettung Pieve di Cadore alarmiert. Diese rückte 2 Mal mit dem Hubschrauber aus, um die beiden zu bergen, diese verweigerten jedoch, überzeugt, den Gipfel aus eigener Kraft noch erreichen zu können.

Erst das schlechte Wetter am Montag zwang die beiden Kletterer schließlich, einer Rettung zuzustimmen.

Auch die ORF-Sendung „Südtirol heute“ befasste sich in einem Beitrag mit dem unglaublichen Fall.

Zweite Rettung innerhalb weniger Tage

Die Rettung am Montag war nicht die erste innerhalb von wenigen Tagen für das Paar. Am Dienstag der vergangenen Woche mussten sie bereits zusammen mit 2 Südtiroler Bergsteigern von Bergrettern auf der Großen Zinne in Sicherheit gebracht werden.

Im Fall solcher Rettungseinsätze mit unverletzt Geretteten müssen diese damit rechnen, dass erhebliche Kosten auf sie zukommen: Die beiden Alpinisten aus Barcelona dürfte allein die Rettung am Montag durch den Rettungshubschrauber Aiut Alpin Dolomites 11.340 Euro kosten.

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb verrechnet an Nicht-Einheimische eine Flugminute – unabhängig ob mit einem Pelikan oder dem Aiut Alpin – mit 140 Euro. Wie die Einsatzzentrale des Aiut Alpin bestätigte, dauerte der Rettungsflug am Montag 81 Minuten.

Dazu kommen die beiden Flüge der Belluneser Flugrettung, und zudem werden in der Provinz Belluno im Falle von Einsätzen für unverletzt zu bergende Personen auch die Rettungseinsätze der Bergrettung bis zu einem Höchstbetrag von 1500 Euro verrechnet.

stol/D/mt

stol