<BR /><BR />Das 12 Jahre alte Krimi rund um den brutalen Mord an drei italienische Ordensschwestern in Burundi ist um eine Facette reicher: Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Täters in Parma wurden Details zu seiner Identität bekannt. <BR /><h3> Im September 2014 brutal ermordet </h3> Wie berichtet, wurden die drei Ordensschwestern in Burundi im Stadtviertel Kamenge von Bujumbura in ihrem Ordenshaus brutal ermordet. Die ersten beiden wurden am Nachmittag des 7. September 2014 getötet, ihre Körper wiesen durch stumpfe Gegenstände zugefügte Verletzungen auf, ihre Kehlen waren vermutlich mit einem Messer durchgeschnitten worden. Die dritte (die sich während des ersten Verbrechens außerhalb des Hauses befand) wurde in der darauffolgenden Nacht enthauptet; ihr abgetrennter Kopf wurde anschließend neben ihrem Körper abgelegt.<BR /><BR />Der Mann, der für den Tod von Lucia Pulici (75), Olga Raschietti (83) und Bernardetta Boggian (79) am 7. September 2014 im ostafrikanischen Land mitverantwortlich sein soll, heißt Harushimana Guillaume und ist in Burundi geboren, wie die Staatsanwaltschaft von Parma in einer Aussendung mitteilte. <h3> Koordinator für humanitäre Projekte zwischen Parma und Burundi </h3> Nach dem Mord soll er jahrelang für die Genossenschaft „Parmaalimenta“ in Parma gearbeitet haben. Die Genossenschaft wird weitgehend mit öffentlichen Geldern von Provinz und Gemeinde finanziert und kümmert sich um humanitäre Projekte in Burundi in Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien des ostafrikanischen Staates. Guillame soll mehrere Projekte koordiniert haben und ein normales Leben auch im Herkunftsland der Mordopfer geführt haben. <BR /><BR />Bis vor wenigen Tagen, als die Carabinieri auf Anordnung der Staatsanwaltschaft von Parma verhafteten. Wie nun durchsickerte, soll der Mann zum Tatzeitpunkt Mitglied des burundischen Geheimdienstes unter General Adolphe Nshimirimana, der wenige Monate nach dem Dreifachmord bei einem Anschlag getötet wurde. <h3> Nach Dreifachmord: Medien nahmen nun Verhafteten ins Visier – und wurden bestraft </h3> Die Justiz in Burundi hatte damals unmittelbar nach dem Dreifachmord einen jungen Mann mit psychischen Problemen festgenommen und ihn als einzigen Verantwortlichen für die Bluttat identifiziert. <BR /><BR />Die lokalen Medien zweifelten an der Seriosität der Ermittlungen und führten selbst Untersuchungen durch. Die Reporter des unabhängigen Radio Publique Africaine (RPA) sammelten dabei Hinweise dazu, dass es sich bei Mörder um einen engen Vertrauten des Geheimdienstchefs handeln könnte, und nannten wiederholt seinen Namen in ihren Berichten zum Dreifachmord: Harushimana Guillaume – und das bereits wenige Tage nach der Bluttat. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1282287_image" /></div> <BR /><BR />Nach diesen Vorwürfen wurde der Leiter des Radios, Bob Rugurika, verhaftet – er wurde im Februar 2015 aus der Haft entlassen und flüchtete ins Ausland. Bis heute lebt er im Exil und nun scheint die italienische Justiz die Ergebnisse der Untersuchung seines Teams vor über zehn Jahren zu bestätigen.