Die Tat ereignete sich am späten Freitagabend in einer Wohnung im ersten Stock eines dreistöckigen Wohnhauses im Westen der italienischen Hauptstadt. Gegen 22 Uhr alarmierten Nachbarn die Einsatzkräfte, nachdem sie laute Schreie aus der Wohnung gehört hatten. Mehrere Zeugen gaben an, kurz darauf mindestens eine Person aus dem Gebäude flüchten gesehen zu haben, die anschließend in der Dunkelheit verschwand.<BR /><BR />Als Polizei und Rettungskräfte eintrafen, konnten sie nur noch den Tod der Eltern und des Kindes feststellen. Der verletzte Sohn wurde nach der Erstversorgung in die Poliklinik Gemelli gebracht. Bei den Opfern handelt es sich um eine Familie bengalischer Herkunft. Der Vater lebte seit rund 15 Jahren in Italien und arbeitete in einem Supermarkt im Stadtteil Boccea. Seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter waren ihm erst vor etwa zwei Jahren nach Rom gefolgt. Die Familie galt im Viertel als unauffällig und war in die örtliche bengalische Gemeinschaft integriert.<h3> Täter aus dem Bekanntenkreis?</h3>Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf das persönliche Umfeld der Familie. Die Opfer kannten vermutlich ihren Angreifer. Im Mittelpunkt der Fahndung steht ein Freund des 20-jährigen Sohnes. Dieser wurde bereits im Krankenhaus von Beamten der Mordkommission vernommen und soll erste Angaben zum Ablauf der Tat gemacht haben. Die Ermittler hoffen, durch seine Aussagen weitere Hinweise auf den Täter und dessen mögliches Motiv zu erhalten.<BR /><BR />Nach ersten Erkenntnissen versuchten die Eltern und möglicherweise auch der Sohn noch, das fünfjährige Mädchen zu schützen. Dennoch gelang es ihnen nicht, die Tat zu verhindern. Spezialisten der Spurensicherung untersuchten den Tatort bis tief in die Nacht. Neben der Sicherung biologischer Spuren werden Überwachungskameras aus der Umgebung ausgewertet. Außerdem analysieren die Ermittler die Mobiltelefone der Familienmitglieder, um die letzten Kontakte und Nachrichten vor der Tat nachzuvollziehen. Davon erhoffen sie sich Hinweise auf Treffen oder Kommunikation mit dem mutmaßlichen Täter. <BR />Parallel dazu wurden zahlreiche Freunde, Bekannte und Angehörige der Familie vernommen. Zudem prüfen die Ermittler, ob aus der Wohnung Wertgegenstände fehlen. Nach bisherigem Stand steht jedoch eher ein persönlicher Hintergrund der Tat im Vordergrund.<h3> Fahndung auch mit Drohnen</h3>Vor dem Wohnhaus spielten sich dramatische Szenen ab. Angehörige und Nachbarn versammelten sich in der schmalen Straße, viele weinten oder beteten für die Opfer. Unter den Mitgliedern der bengalischen Gemeinde herrschte Fassungslosigkeit.<BR /><BR />Die Fahndung nach dem Verdächtigen wurde in der Nacht mit großem Kräfteaufgebot fortgesetzt. Polizeibeamte durchsuchten auch die bewaldeten Gebiete rund um Casalotti. Dabei kamen Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz, um mögliche Verstecke abzusuchen. Nach bisherigen Erkenntnissen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass der Gesuchte Rom bereits verlassen hat.