Freitag, 19. März 2021

Neue Verordnung unterzeichnet: Alle Regeln im Überblick

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Freitagabend eine neue Verordnung (Dringlichkeitsmaßnahme Nr. 15) mit Maßnahmen zur Eindämmung des epidemiologischen Notstands aufgrund der Coronavirus-Pandemie veröffentlicht.

Wer am Nasenflügel-Test-Projekt nicht teilnimmt, muss in den Fernunterricht.
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Wer am Nasenflügel-Test-Projekt nicht teilnimmt, muss in den Fernunterricht. - Foto: © WK
Die wesentlichen Eckpfeiler der bisherigen Regelungen werden beibehalten, darunter die Bewegungsfreiheit innerhalb des eigenen Gemeindegebietes oder die Sperrstunde zwischen 22 und 5 Uhr, für die nur bei nachgewiesenen Arbeits-, Gesundheits-, Studien- oder anderen Gründen der dringenden Notwendigkeit eine Ausnahme gilt.

Die wesentlichen Neuerungen der Verordnung betreffen dagegen die Zweitwohnungen, den Präsenzunterricht an Grund- und Mittelschulen und eine teilweise Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten.

Zweitwohnungen

Laut Verordnung dürfen nicht in Südtirol ansässige Personen ihre Zweitwohnung in Südtirol nicht mehr aufsuchen, außer aus nachgewiesenen Arbeitsgründen oder anderen dringenden Notwendigkeiten. Diese Maßnahme tritt sofort in Kraft.

Präsenzunterricht nur mit Nasenflügeltest

Für den Präsenzunterricht gilt nach den Osterferien – sprich ab Mittwoch, 7. April – dass vorerst nur jene Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschulen teilnehmen, die sich dem Test im Rahmen des Pilotprojekts des Südtiroler Sanitätsbetriebes unterziehen. Fernunterricht hingegen gilt für all jene Schülerinnen und Schüler, die an diesem sogenannten Nasenflügel-Test nicht teilnehmen.

Ob Oberschüler auch nach Ostern im Fernunterricht bleiben oder in Präsenz starten, sei noch zu entscheiden, so Bildungslandesrat Philipp Achammer gegenüber STOL am Samstag. Zunächst hieß es in einer Aussendung, dass Oberschulen nach Ostern im Fernunterricht bleiben.

Für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit besonderem Begleitbedarf dürfen Jugendzentren, Schülerheime und Eltern-Kind-Zentren eine Betreuung anbieten, vorausgesetzt diese Einrichtungen werden von fixem Betreuungspersonal geführt.

Sport: Training wieder möglich, Tests als Voraussetzung

Die neue Verordnung lockert auch die Einschränkungen individueller sportlicher Aktivität: Das Verbot gilt nun nicht mehr von 20 bis 5 Uhr, sondern nur mehr von 22 bis 5 Uhr.

Die Sportvereine und -verbände aller Disziplinen dürfen Training in eingeschränktem Maße wieder aufnehmen. Erlaubt ist nur Training im Freien und in Individualform, sprich ohne Körperkontakt.

Dabei ist ein Mindestabstand von 2 Metern zwischen den Personen einzuhalten. Die Duschen und Umkleidekabinen dürfen nicht benutzt werden und es sind keine Zuschauer zugelassen.

Um an erlaubten Wettkämpfen und Trainingseinheiten teilnehmen zu dürfen, müssen sowohl Athleten als auch Trainer und Betreuende das negative Ergebnis eines Antigen- oder PCR-Tests vorweisen können, das nicht älter als 72 Stunden ist. Dafür kann der Sanitätsbetrieb die Testkits kostenlos zur Verfügung stellen.

In geschlossenen Räumen sind Trainingseinheiten von Einzelpersonen oder Personen desselben Haushaltes unter Anweisung eines Trainers (Personal Training) zugelassen. Auch hier ist laut neuer Verordnung ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten.

Hier die neue Verordnung im Wortlaut.


Was bereits in der vorangegangenen Verordnung vom 13. März festgeschrieben wurde:

Am kommenden Montag, 22, März, darf der Einzelhandel wieder öffnen. Die Geschäfte können ab diesem Datum von Montag bis Freitag öffnen und zwar bis maximal 18 Uhr. In den Genuss dieser Öffnung kommen allerdings nur Kunden innerhalb des Gemeindegebietes und jene Personen, die sich aus berechtigten Gründen auf dem Gemeindegebiet aufhalten.

Ziel ist gelbe Zone und Öffnungsschritte auch für Gastronomie und Beherbergung

Es sei das grundsätzliche Ziel, nach den Osterfeiertagen zur gelben Zone zu werden, um dann weitere Öffnungsschritte anzugehen, wie die Öffnung der Bar- und Restaurationsbetriebe. Vorerst bleiben Bars und Restaurants geschlossen. Abholservice (Take away) bleibt weiterhin möglich, aber ausschließlich für das Abholen von Speisen bei Restaurationsbetrieben zwischen 5 und 20 Uhr.

Ebenso sind Zustelldienste zwischen 5 und 22 Uhr möglich. Für Bars bleibt der Abholservice weiterhin ausgesetzt. Das Verbot des Konsums von Speisen und Getränken auf öffentlich zugänglichen Straßen, Plätzen und sonstigen öffentlichen Orten wird in dem Sinne präzisiert, dass die Ansammlung von Personen vermieden werden muss.

lpa/stol