Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, hielten Beamte des Provinzkommandos Bozen bei routinemäßigen Kontrollen einen Sattelzug mit slowakischem Kennzeichen an. Bei der Überprüfung der Frachtpapiere wurden sie misstrauisch: Zwar waren zehn Packstücke mit einem Gesamtgewicht von 960 Kilogramm vermerkt, jedoch fehlten jegliche Angaben zur Art der transportierten Ware.<BR /><BR />Zusätzliche Ermittlungen bestätigten den Verdacht. Die als Empfänger angeführte Firma stellte sich als Scheinfirma heraus. Daraufhin öffneten die Einsatzkräfte den Laderaum und machten einen der größten Funde dieser Art in Italien: große Mengen getrockneter Mohnkapseln.<BR /><BR />Diese werden als Betäubungsmittel eingestuft, da sie natürliche Alkaloide enthalten. Häufig handelt es sich um Rückstände aus der Gewinnung von Opiumlatex, aus dem unter anderem Heroin produziert wird. In den Kapseln verbleiben Wirkstoffe wie Morphin und Codein, die beim Konsum – etwa durch Kauen oder als Aufguss – ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben.<BR /><BR />Der Gebrauch solcher Substanzen ist laut Finanzpolizei insbesondere in bestimmten Gemeinschaften, etwa unter Indern oder Bengalen, verbreitet und wird deshalb oft den sogenannten „ethnischen Drogen“ zugeordnet.<BR /><BR />Der Fahrer wurde bei der Staatsanwaltschaft Bozen angezeigt. Die sichergestellte Ware wird nun untersucht, um den genauen Gehalt an Wirkstoffen zu bestimmen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.