Mittwoch, 07. Oktober 2020

Drogenhandel per Taxi im Lockdown: Zahlreiche Verhaftungen in Bozen

Den Carabinieri ist ein herber Schlag gegen den Drogenhandel in Bozen gelungen: Am heutigen Mittwochmorgen haben sie in einer großangelegten Aktion 4 Männer aus Gambia mittels Haftbefehl festgenommen, einige Komplizen waren bereits in den vergangenen Wochen geschnappt worden. Die beschlagnahmten Drogen hatten einen Marktwert von bis zu 200.000 Euro.

Seit Februar liefen die Ermittlungen unter dem Decknamen „Jamba Express“. - Foto: © Carabinieri Bozen
Die Ermittlungen waren bereits im Februar gestartet: Unter dem Decknamen „Jamba Express“ waren die Carabinieri einem Drogenring auf der Spur, der von einem 24-jährigen Mann aus Gambia angeführt wurde.

Es handelte sich hierbei um eine Zusammenarbeit der Carabinieri von Bozen und Leifers samt Hundestaffel sowie jenen aus Vicenza, Turin und Novara.

Insgesamt wurden in den vergangenen Monaten und am heutigen Mittwoch 10 Personen geschnappt: Während einer davon auf freiem Fuß angezeigt wurde, klickten für die anderen die Handschellen.

Außerdem konnten im Zuge der Ermittlungen fast 11 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt werden, dessen Marktwert auf 160.000 bis 220.000 Euro geschätzt wird.

24-Jähriger kontrollierte Marihuana-Handel in Südtirol

Der 24-jährige Anführer des Drogenrings hatte Kontakte in ganz Italien und war, so beschreiben die Carabinieri, wohl der Fadenzieher des Marihuanahandels am Südtiroler Drogenmarkt.

Mithilfe seiner Landsmänner aus Gambia ließ der 24-Jährige mit Kontakten in ganz Italien Marihuana aus Vicenza, Novara, Rom und Neapel anliefern. Das Rauschgift wurde anschließend nicht nur in Bozen, sondern auch in anderen Südtiroler Gemeinden verkauft.

Im Lockdown gelang der Verkauf außerhalb von Bozen unter anderem mithilfe zweier Taxifahrer, einem 48-jährigen Mann aus Jenesien und einer 51-jährigen Frau aus Bozen, die das Rauschgift zu den Abnehmern „lieferten“. Sie wurden angezeigt, ihre Taxis im Wert von etwa 80.000 Euro wurden beschlagnahmt.

Das Rauschgift hingegen war in einer Wohnung in Eppan gelagert worden, in dem auch mehrere der Verdächtigten seit längerer Zeit wohnten.

Ein Kilo Marihuana pro Tag verkauft

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Anführer aus Gambia in Zeiten des Lockdowns täglich etwa ein Kilo Marihuana in der Stadt verkaufen und somit 15.000 bis 20.000 Euro Umsatz machen konnte.

Aufgerechnet auf 8 Monate würde dies einen Umsatz von 3,5 bis 4,8 Millionen Euro ergeben, den der Ring erwirtschaften konnte.

Aufgrund der zahlreichen Kontrollen der Polizei und der Carabinieri sah sich der junge Anführer häufig genötigt, seine Drogenhändler mit stets anderen Zügen zu unterschiedlichen Uhrzeiten fahren zu lassen.

In Vicenza und Novara wurden zudem 2 Drogenlieferanten verhaftet, mit denen der Anführer oft in Kontakt stand.

Die Verhafteten wurden in die Gefängnisse von Bozen, Vicenza und Turin gebracht.

Am Mittwochmorgen nahmen die Carabinieri im Zuge der Wohnungsdurchsuchungen außerdem einen weiteren Mann aus Gambia fest: Der aktenkundige 20-Jährige hatte 160 Gramm Marihuana, eine Präzisionswaage und Verpackungsmaterial bei sich – und wanderte wie seine Landsmänner ins Gefängnis.

liz