Mittwoch, 26. Mai 2021

Drogenlabor in Niederösterreich entdeckt

Im niederösterreichischen Bezirk Mistelbach ist ein Drogenlabor ausgehoben worden. In einem Weinkeller in Walterskichen wurden bis zu 5000 Gramm Mephedron (psychoaktive Substanz) hergestellt.

2 Verdächtige im Alter von 30 und 35 Jahren wurden festgenommen.
2 Verdächtige im Alter von 30 und 35 Jahren wurden festgenommen. - Foto: © BARBARA GINDL
Verkauft wurden die Suchtmittel zu einem großen Teil nach Neuseeland. 2 Verdächtige im Alter von 30 und 35 Jahren wurden festgenommen, nach einem 29-Jährigen wird gefahndet.

Drogen mit Straßenverkaufspreis von bis zu 5 Millionen Euro

Bei dem Gesuchten handelt es sich, laut Exekutive, um einen ausgebildeten Chemiker. Er gilt als Haupttäter. Die vom Trio bereits erzeugten Suchtmittel und jene Drogen, die aus den an Ort und Stelle entdeckten Chemikalien produziert werden hätten können, ergeben einen Straßenverkaufspreis von insgesamt 4 bis 5 Millionen Euro.

Auf die Fährte des Trios kamen Angestellte des Bezirkspolizeikommandos Mistelbach nach Hinweisen aus der Bevölkerung. Am 31. März wurden in der Kellergasse Erhebungen vorgenommen.

Am 1. und am 14. April klickten die Handschellen für die in Wien wohnenden Beschuldigten, 2 österreichische Staatsbürger. Die beiden wurden in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert. Auch ihr 29-jähriger Komplize verfügt über eine Wiener Wohnadresse und ist österreichischer Staatsbürger.

Chemikalien und Drogenausgangsstoffe aus China

Den Ermittlern offenbarte sich schließlich eine durchaus abenteuerliche Kriminalgeschichte. Anfang 2019 hatte das Trio beschlossen, gemeinsam Suchtmittel herzustellen. Kurzerhand wurden via Internet in China Chemikalien und Drogenausgangsstoffe in kleineren Mengen geordert.

Bis Juli des Vorjahres war ein Versuchslabor in einer Wohnung in Wien-Döbling Schauplatz verschiedener Experimente . „Aufgrund der verfügbaren Chemikalien, Drogenausgangsstoffe, Laborausrüstung sowie der Synthesewege kamen sie zu dem Entschluss, dass die Herstellung von Mephedron am einfachsten wäre“, teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich mit.

Mephedron mit Reinheitsgehalt von 99,3 Prozent


Ausprobiert worden war auch die Gewinnung von Methamphetamin und MDMA. Das probeweise hergestellte Mephedron wurde von den Kriminellen auch selbst getestet. Es hatte laut Polizei einen Reinheitsgehalt von 99,3 Prozent.

Im Juli 2020 wurde dann das illegale Labor in Walterskirchen eingerichtet. Geräte und mengenweise Chemikalien wurden hauptsächlich bei in China ansässigen Firmen bestellt. Als Zustelladressen dienten leere Wohnungen. Teilweise wurden auch Studenten über Job-Portale zur Paketübernahme angeworben. Eine größere Sendung von Drogenausgangsstoffen wurde letztlich von belgischen Behörden sichergestellt.

Hauptabnehmer der Drogen: Neuseeland

Geliefert wurden etwa 3000 Gramm des selbst produzierten Mephedrons an Abnehmer nach Neuseeland. Zum Schmuggeln wurde der pulverförmige Stoff mittels chemischer Prozesse verflüssigt, in eigens bedruckte Getränkedosen gefüllt und in 2 Etappen in Paketen verschickt.

Bei der Herstellung der Drogen trugen die Täter immer wieder Schutzkleidung und Gasmasken. Entsprechende Ausrüstung war daher auch für die Beamten während der Ermittlungsarbeit im illegalen Labor Pflicht. Sichergestellt wurden Chemikalien und Drogenausgangsstoffe, die für die Herstellung von weiteren 100 bis 110 Kilogramm Mephedron ausreichen. Die Drogen hätte das Trio auch nach Neuseeland schmuggeln wollen.

apa