Wie aus dem statistischen Rückblick der Vereinigung „Avviso Pubblico“ – ein Netzwerk von mehr als 500 lokalen Behörden und Regionen – hervorgeht, wurden von 2010 bis 2024 in Südtirol fünf Fälle von Drohungen bzw. Einschüchterungsversuchen gegen Vertreter von öffentlichen Verwaltungen verzeichnet, im Trentino waren es im selben Zeitraum 29. Trentino-Südtirol steht damit im Regionenvergleich an viertletzter Stelle. <BR /><BR />Was die Anzahl der betroffenen Gemeinden angeht, rangiert die Region in der 15-Jahres-Statistik auf dem drittletzten Platz: In Südtirol wurden Vertreter von zwei Gemeinden ins Visier genommen, im Trentino jene von 13 Gemeinden. <BR /><BR />Am Freitag stellten Vertreter von „Avviso Pubblico“ in Neapel den jüngsten „Verwalter im Visier“-Bericht vor. Diesem zufolge blieben Südtirols Gemeinden bzw. öffentliche Verwalter 2025 vor Drohungen und Einschüchterungsversuchen gänzlich verschont – zusammen mit jenen im Trentino und in Molise. <BR /><BR />Italienweit wurden im Vorjahr 309 Fälle verzeichnet – rein statistisch wurde damit alle 28 Stunden ein öffentlicher Verwalter bedroht. Trauriger Spitzenreiter war die Region Apulien mit 51 dokumentierten Fällen. In Mittel- bzw. Norditalien führt die Region Lombardei die Rangliste an mit 30 Fällen im Vorjahr.<BR /><BR /> Viele Einschüchterungsversuche sollen auf das Konto des organisierten Verbrechens gehen, aber immerhin jeder vierte Fall fuße auf der Unzufriedenheit einzelner Bürger mit bestimmten Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung. <BR /><BR /> Und noch ein interessantes Detail: Laut „Avviso Pubblico“ unterscheide sich der Modus operandi deutlich zwischen Nord und Süd. In den Regionen des Südens sei Brandstiftung an Autos und Privathäusern sowie von Fahrzeugen und Einrichtungen der betroffenen Verwaltung die häufigste Form der Bedrohung. In Mittel- bzw. Norditalien seien hingegen Drohbotschaften – mittels Brief oder in sozialen Netzwerken – sowie an Hauswänden die bevorzugten Methoden der Täter.