„Du bisch mir wichtig“: Mit diesem Jahresthema will der KVW die Sozialpolitik Südtirols in Zeiten der Krise kritisch beleuchten, genauso fordert er aber eine Neuordnung der Prioritäten in der Politik ein.Südtirol: schlecht vorbereitet auf die Krise In Südtirol sei eine zunehmende Verunsicherung spürbar. „Die Zeiten allgemeinen Wachstums von Wirtschaft und Wohlstand scheinen vorbei zu sein und werden – wie es aussieht – abgelöst durch Zeiten knapper werdender Mittel. Darauf ist man schlecht vorbereitet“, betonte der Landesvorsitzende des KVW, Konrad Peer.Der KVW sieht drei große Belastungen und Gefahren, auf die er aufmerksam machen möchte: das Abdriften in die Armutszone, einkommensschwache Familien werden abgehängt und die Qualität der Arbeit ist rückläufig.„Es darf nicht überall gleich gekürzt werden“ „Es darf nicht wie mit einem Rasenmäher überall gleich gekürzt werden“, forderte Josef Stricker, geistlicher Assistent des KVW. Die Politik sei dazu da, Prioritäten zu setzen und den Interessenausgleich zu organisieren. Nicht alle Forderungen seien gleich wichtig, nicht alles könne bedient werden.„Vor dem Hintergrund einer mindestens drei Jahrzehnte anhaltenden Aufwärtsentwicklung wurden Ansprüche und Begehrlichkeiten geweckt, die jetzt nicht mehr alle befriedigt werden können“, so Stricker.Um den drei großen Gefahren vorzubeugen, brauche es eine Grundsicherung als Instrument gegen die zunehmende Verarmung: Der Bedürftige müsse wieder mehr ins Augenmerk rücken.Mehr finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Familien Vor allem müssten einkommensschwache Familien finanziell unterstützt werden. „Dabei ist für den KVW wichtig, dass nicht alle Familien gleich behandelt werden. Auch die Familienpolitik muss sich an der Bedürftigkeit orientieren“, stellte Peer klar.Prekäre Arbeitsverhältnisse fördern Altersarmut Ein Anliegen ist dem KVW auch die Qualität der Arbeit: Die Spätfolgen der prekären Arbeitsverhältnisse dürften nicht aus den Augen verloren werden, mahnten Stricker und Peer an.Die Qualität der Arbeit sei im Sinken, Arbeit sei längt keine Sicherung vor Armut mehr und „vor allem bergen die prekären Arbeitsverhältnisse große Gefahren der Altersarmut in sich“, warnte Stricker abschließend.stol