Südtirols neues Landesgesetz, das eine Entnahme von Wölfen ab einer gewissen Anzahl von Rissen vorsieht, wurde am 15. Juni vom Landtag genehmigt und trat mit seiner Veröffentlichung am 26. Juni in Kraft.<BR /><BR />Obwohl die darin enthaltene Zahl von Rissen bereits in einigen Fällen vorliegt, wurde aber noch kein Entnahmedekret ausgestellt. „In Absprache mit dem Bauernbund sind wir vorsichtig unterwegs, denn die 60-Tage-Frist, innerhalb der Rom das Gesetz anfechten kann, läuft noch“, so Landesrat Arnold Schuler. Dass es nicht leicht werde, das Gesetz in Rom ohne Anfechtung durchzubringen, sei „immer klar“ gewesen, so der Landesrat.<h3> Offiziell noch keine Beanstandungen</h3>Offiziell sind dem Land noch keine Beanstandungen zugestellt worden. Inoffiziell habe man aber davon gehört. Konkreter: SVP-Senator Meinhard Durnwalder bekam vom Rechtsamt des Ministeriums auf Nachfrage die Auskunft, dass „verfassungsrechtliche Bedenken“ bestünden, die dem Land dieser Tage übermittelt würden. Dabei soll es um die Rolle der Umweltbehörde ISPRA gehen, die das Landesgesetz bei Säumigkeit da facto überspringt: Sollte die ISPRA ihr Gutachten nicht innerhalb von 10 Tagen abgeben, ist eine Entnahme auch nur aufgrund der Wildbeobachtungsstelle des Landes möglich. Hinter dem Kriterienkatalog des Landesgesetzes, ab wie vielen Rissen ein Abschuss möglich ist, wittert das Umweltministerium laut Indiskretionen aus Rom zudem regelmäßige Entnahmen.<h3> Schuler: „Wir unternehmen alles, um eine Anfechtung zu verhindern“</h3>Wie dem auch sei, noch ist nichts entschieden. Bedenken und Einwände aus Rom können vom Land im Verhandlungswege auch entkräftet werden. „Wir unternehmen alles, um eine Anfechtung zu verhindern“, sagt Schuler. Ein sehr wichtiger Termin wäre deshalb Treffen mit Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin am Montag gewesen.<h3> Kompatscher: Risse haben stark zugenommen, Problem für die gesamte Bevölkerung</h3>Doch die Aussprache wurde kurzfristig abgesagt, weil der Ministerrat vorverlegt worden ist. „Wir konnten unsere Argumente nur auf technischer Ebene vorbringen“, so Schuler. Dabei betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher, dass Wölfe nicht nur ein Problem für die Tierhalter, sondern für die gesamte Bevölkerung seien. Zudem haben die Risse stark zugenommen: Nahmen 2020 noch 99 Nutztiere ein blutiges Ende, so waren es 2021 bereits 283 und 2022 mit 517 fast doppelt so viele.<BR /><BR />Nun heißt es Warten auf mögliche Einwände und vor allem auf einen neuen Termin mit dem Minister. „Ob angefochten wird oder nicht, ist letztendlich eine politische Entscheidung“, sagt Schuler. <BR /><BR /><BR />