„Curriculare Praktika“ sind eindeutig versicherbar – diese Frage ist kürzlich mit dem INAIL geklärt worden, berichtet Achammer. Südtirol kann sich in diesem Fall auf eine EU-Norm berufen, welche solche Praktika zulässt, erklärt der Landesrat. Im Bereich Berufsbildung habe Südtirol primäre Kompetenz.<BR /><BR />Wie berichtet hatte der Landtag Ende Juli grünes Licht für einen Abänderungsantrag von Achammer zum Nachtragshaushalt genehmigt, mit dem Betriebspraktika schon ab 14 Jahren möglich werden sollten. <BR /><BR />Sehr zufrieden darüber hatte sich der Wirtschaftsverband für Handwerker und Dienstleister (lvh) gezeigt. Rom hat dann in der Folge das Südtiroler Landesgesetz über die Orientierungspraktika ab 14 Jahren nicht angefochten. Nicht geklärt worden ist aber bisher die Versicherungsfrage – und das war eine große Baustelle, sagt der Landesrat. <h3> Versicherungsfrage muss eindeutig geklärt sein</h3>„Gerade bei einem Praktikum ab 14 Jahren muss die Versicherungsfrage einwandfrei geklärt sein, damit die Schulen dies auch gut verantworten können. Das INAIL hat nun bestätigt, dass curriculare Praktika mit einem Ausbildungs- oder schulischen Hintergrund einwandfrei versicherungsmäßig gedeckt sind, durch die INAIL-Pflichtversicherung, die das Land für alle Schüler zahlt“, berichtet Achammer. Die Schüler seien damit versichert für jegliche Vorkommnisse im Rahmen des Praktikums – wie etwa Unfälle.<BR /><BR />Damit gebe es nun keine Hindernisse mehr für die Umsetzung der Praktika. Im Mai werde ein Austausch mit den Direktoren der Berufsbildung folgen, bei dem über die Reform der Berufsgrundstufe gesprochen werde. In diesen Klassen gebe es eine Kombination von vielen verschiedenen Schülern, von denen zahlreiche nur darauf warten, endlich 15 Jahre alt zu werden, um die Lehre beginnen zu können, weiters auch Schüler, die die 1. Klasse einer Fachschule absolvieren. Für diese Jugendlichen sollten Orientierungspraktika in breiter Form ermöglicht werden – dieser Bereich hat Priorität, sagt Achammer.<h3> „Zügig starten, aber Schritt für Schritt“</h3>Zweite Priorität habe es dann, den Übergang von der Mittelschule zur Oberschule durch Orientierungspraktika zu verbessern. Unsicheren Schülern sollten praktische Orientierungsmöglichkeiten gegeben werden. „Wir müssen zügig starten – aber Schritt für Schritt“, sagt der Landesrat. Achammer betont aber auch: Sommerpraktika, die keinen schulischen Hintergrund haben, losgelöst von jeglichem Ausbildungscharakter, fallen nicht in diese Regelung. Und: Gestartet werde mit den Praktika der 14-Jährigen voraussichtlich nicht bereits heuer im Sommer, sondern während des kommenden Schuljahres. <BR /><BR />„Gerade der Übergang auf das 9. Pflichtschuljahr ist in Südtirol eine große Baustelle“, sagt Achammer. „Der Übertritt in die Oberstufe ist eine riesige Herausforderung – vor allem für die Jugendlichen und ihre Eltern, aber auch für das Bildungssystem.“ Praktika seien für die Jugendlichen gerade in dieser Phase ihres Lebens sehr nützlich. Denn mit 14 Jahren müssten Jugendliche zum ersten Mal einen eigenen Weg wählen, den sie nach der Mittelschule gehen wollen. „Und wer hat mit 14 Jahren schon den perfekten Weg für die Zukunft im Kopf?“, sagt Achammer. So mancher Jugendliche, der noch keine ganz klaren Vorstellungen von der beruflichen Zukunft habe, probiere dann etwas aus. Mit Orientierungspraktika könne ein Beruf in Ansätzen spürbar werden.<BR /><BR />