Seit Jahren versuchen die Bürgermeister einiger Gemeinden, dem massiven Lkw-Transitverkehr Herr zu werden. Zwei Orte haben es nun endlich geschafft: Durch Gossensaß (Gemeindegebiet Brenner) und Mauls (Gemeindegebiet Freienfeld) dürfen Lastkraftwagen mit einer Länge von mehr als zehn beziehungsweise zwölf Metern nicht mehr fahren. <BR /><BR />Möglich wurde dies, weil einzelne Straßenabschnitte als Gefahrenstellen ausgewiesen wurden. Grundlage für eine Gefahrenstelle ist die Einschätzung, dass Lkw einer bestimmten Größe dort die Sicherheit gefährden würden. Diese Möglichkeit will man jetzt auch andernorts entlang der Brennerroute nutzen.<BR /><BR />Auch im Rathaus von Klausen drängt man seit Längerem auf eine derartige Lösung. „Kommt es auf der Autobahn zu einem Unfall und in der Folge zu Stau, weichen viele auf die Staatsstraße aus. Das sorgt für eine massive Verkehrsbelastung in Klausen“, erklärt Bürgermeister Peter Gasser. Die Maßnahmen in den beiden Wipptaler Ortschaften machen ihm daher Hoffnung, dass sich auch für Klausen eine rechtlich fundierte Lösung für ein Durchfahrtsverbot finden lässt.<h3> Karneid: „Pochen schon seit Jahren darauf“</h3>Sein Karneider Amtskollege Albin Kofler begrüßt die jüngsten Entwicklungen auf alle Fälle. „Wir pochen bereits seit Jahren darauf, dass nicht jeder Lkw bei uns durchrauschen kann“, sagt er. <BR /><BR />Nach dem Inkrafttreten des Durchfahrtsverbots in Gossensaß und Mauls zeigt er sich zuversichtlich, dass die Anliegen der Gemeinde in Sachen Verkehr und Lärmbelastung endlich Gehör finden. <BR /><BR />Bereits in den kommenden Wochen will man sich daher gemeinsam mit anderen Gemeinden des Eisacktals sowie mit Vertretern der Bezirksgemeinschaften Eisacktal und Salten-Schlern an einen Tisch setzen und eine tragfähige Lösung ausarbeiten.<h3> „Alle Lösungsversuche sind bislang gescheitert“</h3>Dringenden Handlungsbedarf sieht auch die Bürgermeisterin von Neumarkt, Karin Jost. „Viele Lastwagen fahren von der Autobahn ab, parken an den unterschiedlichen Orten in unserer Gemeinde, übernachten dort und verrichten ihre Notdurft. Das belastet die Bevölkerung, viele fühlen sich gestört. Versuche, über die zuständigen Landesämter eine Lösung zu erwirken, sind bislang jedoch gescheitert“, sagt Jost. Besonders betroffen sei die Fraktion Laag. <BR /><BR />Und was sagt man in der zuständigen Landesabteilung dazu? Der Direktor der Abteilung Straßendienst, Philipp Sicher, kennt die Problematiken, die der Transitverkehr mit sich bringt – bewertet sie jedoch differenziert. Grundsätzlich könne für Staatsstraßen kein generelles Durchfahrtsverbot verhängt werden, erklärt er. <BR /><BR />Die Regelung in Gossensaß und Mauls war nur deshalb möglich, da die durchfahrenden Lastwagen eine Gefahr für die Sicherheit darstellten. Prinzipiell könne dieses Instrument auch in anderen Gemeinden angewandt werden, allerdings müsse jeder einzelne Fall sorgfältig geprüft werden.<BR /><BR /> Anders als im Bundesland Tirol, wo die Autobahn bei Stau aufgrund eines von der Landesregierung beschlossenen Abfahrtsverbotes nicht verlassen werden darf, besteht diese Möglichkeit in Südtirol nicht. „Die italienische Verkehrsordnung erlaubt Beschränkungen ausschließlich dann, wenn Sicherheitsprobleme vorliegen“, sagt er.