Neben dem Präsidenten des Hotelier- und Gastwirteverbandes (HGV), Walter Meister, fordert auch Erwin Lanzinger, Präsident des Landesverbandes der Tourismusorganisationen (LTS) die Aufhebung der gesetzlichen Zweckbindung für Beherbergungsbetriebe. „Gastbetriebe in schlechter Lage, die alt sind und deren Besitzern das Geld fehlt, um sie auf Vordermann zu bringen, sollten ohne Zweckbindung verkauft werden dürfen“, sagt Lanzinger. Laut Lanzinger seien es besonders Garnis mit zehn, zwölf Zimmern in Ortszentren und ohne Erweiterungsmöglichkeit, die nicht mehr rentabel seien. „Zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig werfen diese Betriebe ab“, sagt Lanzinger. Und in seinen Augen könnte man die Aufhebung der gewerblichen Zweckbindung auch beschränken und zwar für jene Betriebe, „die in den vergangenen 20 Jahren nichts getan haben, die weder eine qualitative noch eine quantitative Erweiterung vorgenommen haben“, so Lanzinger. Ausverkauf der Heimat stoppenLandeshauptmann Luis Durnwalder will von einer Aufhebung der gewerblichen Zweckbindung nichts hören. „Eine Aufhebung der urbanistischen Zweckbindung kommt nicht in Frage. Einerseits verlangt man von uns, dass wir den Ausverkauf der Heimat stoppen und andererseits sollten wir zulassen, dass aus HotelsWohnungen gemacht werden. Abgesehen davon, dass wir so vielWohnraum gar nicht brauchen, haben wir urbanistisch die qualitative und quantitative Erweiterung nicht ermöglicht, um Wohnraum zu schaffen“, erklärt Durnwalder. Jeder habe freiwillig aus- und umgebaut, meint der Landeshauptmann. „Wenn wir den Forderungen des Gastgewerbes jedes Malnachgeben würden, müssten wir alle zwei Jahre neue urbanistische Bestimmungen erlassen. Zudem ist zu sagen, dass der Fremdenverkehr im Land nicht so krisengeschüttelt ist wie etwa Industrie oder Baugewerbe. Man kann auch nicht erwarten,dass es jedes Jahr zehnprozentige Zuwächse gibt“, meint Landeshauptmann Durnwalder.Die Gefahr eines Ausverkaufs der Heimat sieht Lanzinger nicht. „Davon kann keine Rede sein. Ich brauche mir nur das Hochpustertal anzuschauen. KeinMensch kauft da mehr eine Wohnung. Der umgekehrte Trend macht sich bemerkbarund die Leute wollen ihre Zweitwohnungen verkaufen, weil sie Geld brauchen. Und konventionierte Wohnungen braucht eslandauf landab auch keine mehr“, meint LTS-Präsident Lanzinger. Er finde auch den Umstand, dass „privates Eigentum wie es Gastbetriebe sind, mit gesetzlichen Zweckbindungen belegt werden als unglücklich und sehr wertmindernd“. lu/D