Freitag, 29. Juli 2016

Dutzende Migranten protestieren vor Landtag

Mehrere Dutzend Migranten haben am Freitagvormittag vor dem Landtag in Bozen protestiert. Sie forderten, beachtet und angehört zu werden.

Die Flüchtlingskrise stellt weiterhin große Herausforderungen: für Europa, Italien und Südtirol.
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Die Flüchtlingskrise stellt weiterhin große Herausforderungen: für Europa, Italien und Südtirol. - Foto: © APA/AFP

Zur Anzahl der Demonstranten sind derzeit keine offiziellen Daten bekannt. Medien berichten von 70 Demonstranten, von Landesstelle wird ihre Zahl auf 40 geschätzt. Gegen 11 Uhr versammelten sich die Menschen, die zu großen Teilen aus Pakistan und Afghanistan stammen sollen, am Silvius-Magnago-Platz. Vor Landtag und Palais Widmann forderten sie, gleich wie jene Migranten behandelt zu werden, die Südtirol vom Staat zugewiesen worden waren. Die Protestaktion verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

1000 Migranten vom Staat zugewiesen…

Derzeit leben, so heißt es vom Land, rund 1000 Migranten in Südtirol, die dem Land über den staatlichen Verteilungsschlüssel zugewiesen worden waren. Wie bekannt, nimmt Südtirol 0,9 Prozent aller Asylbewerber in Italien auf. Derzeit zieht der Flüchtlingsstrom übers Mittelmeer wieder an – und so wird auch in Südtirol nach hunderten weiteren Aufnahmeplätzen fieberhaft gesucht. Unter anderem war jüngst bekannt geworden, dass 25 Menschen nach Wengen ins Gadertal ziehen sollen (hier der Artikel dazu).

… hunderte Migranten nicht staatlich zugeteilt

Neben diesen vom Staat zugeteilten Migranten leben allerdings auch Migranten in Südtirol, die dem Land nicht offiziell vom Staat zugeteilt wurden. Sie haben sich auf verschiedensten Wegen nach Südtirol durchgeschlagen und leben in Notunterkünften wie in der ehemaligen Betriebshalle der Großbäckerei „Lemayr“ in der Bozner Industriezone. Das Land bietet diesen Menschen Grundversorgung – Unterricht, Arbeit und Sprachkurse erhalten sie allerdings nicht. Zudem müssen die Menschen ihre Unterkunft untertags verlassen – gegen ihren Willen.

Insgesamt sollen rund 200 staatlich nicht zugeteilte Migranten in Südtirol leben – oder mehr. Genaue Zahlen liegen derzeit nicht vor.

Treffen mit Stocker

Dutzende von ihnen versammelten sich am Freitag vor dem Landtag und protestierten. Ihre Vertreter empfing Soziallandesrätin Martha Stocker danach zum Gespräch. Zu STOL sagt sie, die Menschen müssten von der Quästur erfasst werden. Es müsse geklärt werden, ob die Personen nicht schon anderswo einen Asylantrag gestellt hätten.

stol

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