Über viele Jahre war die Elektromobilität in Europa ein Nischenmarkt. Die Fahrzeuge waren teuer und hatten geringe Reichweiten. Die Autoindustrie verwies auf fehlende Ladesäulen, die Betreiber der Ladeinfrastruktur wiederum auf eine zu geringe Nachfrage. Spätestens seit China den Markt von hinten aufrollt, sind Elektroautos im Massenmarkt angekommen. Parallel dazu wird auch die Ladeinfrastruktur mit hohem Tempo ausgebaut – auch in Bozen.<BR /><BR /><BR />Durch den Iran-Krieg und die stark gestiegenen Treibstoffpreise hat das Interesse zuletzt zusätzlich deutlich zugenommen. Der Trend zeigt auch deshalb nach oben, weil E-Autos mittlerweile deutlich billiger und die Reichweiten alltagstauglich geworden sind. Auch sind öffentliche Ladesäulen längst nicht mehr nur in homöopathischen Dosen verfügbar, der Ausbau schreitet europaweit stark voran – auch in Bozen. <BR /><BR /><BR />Vor zwei Jahren hat die Stadtgemeinde eine Ausschreibung gestartet, um die Zahl der öffentlichen Ladeplätze um 56 Standorte – ausschließlich für Elektroautos, nicht für Motorräder oder andere Fahrzeugtypen – auszubauen. Zum Vergleich: Ende 2024 gab es in Bozen laut Angaben der Gemeinde nur 14 öffentliche Ladesäulen mit je zwei Anschlüssen. Vier Unternehmen haben bei der Ausschreibung den Zuschlag erhalten: Die italienische Firma Powy, der italienische Ladesäulenbetreiber „E-Shore srl“, die Bietergemeinschaft „Da-Emobil“ und „Südtirol Impianti“, sowie „Neogy srl“, ein in Südtirol ansässiger Anbieter von Ladeinfrastruktur für Elektroautos, der 2019 aus einem Joint Venture von Alperia und Dolomiti Energia entstand. Nach langer Vorlaufzeit wurden in den vergangenen Monaten einige der 56 Ladesäulen errichtet.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1314564_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Die Firma Neogy hat bereits alle ihre Ladesäulen an zehn Standorten installiert“, erklärt Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser auf Anfrage. An jedem der Ladepunkte können zwei Fahrzeuge auf dafür reservierten Standplätzen geladen werden. „Der Ladesäulenbetreiber Powy hat bereits mit der Installation von 17 Ladesäulen begonnen“, so Ramoser weiter. „Das Unternehmen hat eine Frist bis Ende Juni, wird die Arbeiten voraussichtlich aber schon früher beenden.“ Einige der Powy-Ladesäulen stehen bereits – etwa in der Sparkassenstraße und in der Romstraße – oder sind derzeit noch im Bau.<BR /><BR /><BR />Die Firma E-Shore werde die Installation von 13 Ladestationen zwischen Ende Juni und Ende Juli durchführen, sagte die Mobilitätsstadträtin. 13 weitere werden im Laufe des Jahres folgen. Alle neuen Ladesäulen müssen laut Ausschreibung auch für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zugänglich und nutzbar sein. Insgesamt entstehen 52 Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 200 kW. Der Wermutstropfen: Insgesamt fallen dadurch 104 öffentliche Bezahlparkplätze weg. <BR /><BR /><BR />Powy installiert zudem vier Ladesäulen für E-Taxis, die nicht öffentlich sind, und einen Ladepunkt für E-Autos der Gemeinde Bozen – ebenfalls nicht öffentlich. Ladesäulen in Parkhäusern sind nicht unter den 52 Ladesäulenstandorten. Die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur übernehmen die Betreiber der Ladesäulen, der Gemeinde Bozen entstehen keine Kosten für die Aufstellung der neuen Ladesäulen.