Dies gab das Verkehrsministerium bekannt, nachdem der Versicherungsverband auf technische und organisatorische Schwierigkeiten hingewiesen hatte, die eine rechtzeitige Umsetzung zum ursprünglich geplanten Termin verhindert hätten. Die Entscheidung verschafft den Versicherungsunternehmen mehr Zeit, ihre Systeme für die Ausstellung der Policen anzupassen.<BR /><BR />Die Grundlage für diese Neuerung ist die Reform der Straßenverkehrsordnung von Ende 2024, mit der strengere Regeln für E-Scooter eingeführt wurden. Dazu gehören die bereits seit dem 14. Dezember 2024 geltende Helmpflicht, die Verpflichtung zur Anbringung eines Identifikationskennzeichens ab dem 17. Mai sowie die nun verschobene Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Das Kennzeichen kann über eine Online-Plattform der Zulassungsbehörde beantragt werden und kostet 8,66 Euro.<BR /><BR />In den jüngsten Klarstellungen der Behörden wird außerdem klargestellt, wer ein solches Kennzeichen beantragen kann und wie die Versicherung funktioniert. Neben Erwachsenen dürfen auch Jugendliche ab 14 Jahren einen Antrag stellen, wobei bei Minderjährigen ein Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person den Antrag übernehmen muss. Wichtig ist zudem die Frage, wer im Schadensfall versichert ist: Wird der E-Scooter von mehreren Familienmitgliedern genutzt, hängt der Versicherungsschutz davon ab, ob die Versicherung alle Fahrer oder nur den Vertragsinhaber abdeckt. Ist Letzteres der Fall, könnte ein Unfall durch andere Nutzer nicht abgesichert sein, weshalb es ratsam ist, die Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen.<BR /><BR />Bisher galten E-Roller als „leichtes“ Fortbewegungsmittel, das oft über die allgemeine Haftpflichtversicherung oder eine freiwillige Mobilitätspolice abgedeckt war. Damit ist jetzt Schluss. So wird der E-Roller rechtlich den Autos und Motorrädern gleichgestellt. Dies hat weitreichende Konsequenzen für alle Besitzer. Da Versicherungsgesellschaften bisher kaum Daten über die Schadenshäufigkeit von E-Rollern haben, könnten die Prämien zu Beginn vergleichsweise hoch ausfallen. In vielen Fällen könnte der jährliche Versicherungsbeitrag in einem Missverhältnis zum geringen Anschaffungswert des Rollers stehen.