Mittwoch, 01. Juli 2015

E-Werk unter Wasser: Großeinsatz der Feuerwehren

Im Montecatini-Kraftwerk entlang der Staatsstraße nördlich von Waidbruck kam es am Mittwoch zum Bruch eines Schiebers. In der Folge wurde das Krafthaus geflutet. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz.

Beim Montecatini-Werk (l.) kam es zu dem Wassereinbruch.
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Beim Montecatini-Werk (l.) kam es zu dem Wassereinbruch. - Foto: © STOL

Das Werk der SEL-Tochtergesellschaft Hydros befindet sich auf Barbianer Gemeindegebiet.

Von außerhalb ist nichts erkennbar, im Inneren aber toben die Wassermassen. "Das Krafthaus, eben dort, wo die Turbinen stehen, steht unter Wasser", berichtet die Freiwillige Feuerwehr Klausen. Sie war nachalarmiert worden, nachdem die Feuerwehr Barbian als erstes am Einsatzort war.

Wasser im Kraftraum steht fünf Meter hoch

"Ein Schieber ist gebrochen und so hat das Wasser einer Leitung die Wannen überschwemmt und ist in den Kraftraum gelaufen", beschreibt Hansjörg Elsler, Offizier der Berufsfeuerwehr. Es war ein Ventil des Wasserabkülsystems der Anlagen, präzisierte der Betreiber am Abend.

Das Wasser dort stand rund fünf Meter hoch.

100 Meter langer Stollen muss belüftet werden

Dass man von außerhalb nichts mitbekommen hat, außer den Großeinsatz der Wehren, ist ein einfacher.

Vom von der Straße aus einsehbaren Gebäude führt ein ca. 100 Meter langer Stollen in den Berg. "Erst drinnen befindet sich das Kraftwerk", so die Feuerwehr.

 

Vom Kraftwerk für ein Stollen in den Berg, wo sich der Kraftraum befindet. Foto: STOL

Werk geht bis Freitag vom Netz

Um der Lage Herr zu werden wurden nach den Wehren Barbian und Klausen auch jene von Brixen und die Berufsfeuerwehr zum Einsatzort gerufen. 

Einerseits, weil Unmengen an Wasser abgepumpt werden müssen und es dafür großes Gerät braucht. Andererseits, "weil es eine Überlüftung braucht", so die Wehr. Denn im Stollen ist die Co2-Konzentration zu hoch. Auch die Motoren verursachen Abgase.

"Die Situation stellte sich als nicht so dramatisch dar, wie ursprünglich gedacht", so Elsler. Denn der elektrische Teil der Anlage sei nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. 

"Das Werk ist unverzüglich vom Netz gegangen - und wird es bis zur Reparatur des Schiebers am Freitag auch bleiben", so Elsler. Für Menschen sei es zu keiner Zeit gefährlich gewesen.

Nun gelte es noch, das Wasser in einem Abwasserkanal und somit in den Eisack zu pumpen, so der Berufsfeuerwehrs-Offizier.

stol/ker

stol