Für Aufmerksamkeit sorgte am Montag ein Ebola-Verdacht in Italien. Zwei italienische Entwicklungshelfer, die drei Monate in Uganda gearbeitet hatten, wurden in Mailand in ein spezialisiertes Krankenhaus eingeliefert.<BR /><BR /> Die beiden waren am Sonntagmorgen aus Addis Abeba kommend am Flughafen Malpensa gelandet und zeigten kurz darauf Krankheitssymptome. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht. <BR /><BR />Gestern am späten Abend wurde mitgeteilt, dass die entsprechenden Tests negativ ausgefallen waren. Möglicherweise handelt es sich um eine bakterielle Infektion.<BR /><BR />Im Kongo ist Ebola bereits mehrfach ausgebrochen. Meist handelte es sich um das Zaire-Ebolavirus, gegen das inzwischen ein Impfstoff existiert. Aktuell verbreitet sich jedoch die seltene Bundibugyo-Variante, die erst zum dritten Mal nachgewiesen wurde. Für sie gibt es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie.<BR /><BR />Die Bekämpfung des Ausbruchs wird zusätzlich durch die schwierigen Bedingungen im Land erschwert. Der Kongo ist flächenmäßig riesig, viele Regionen sind nur schlecht erreichbar.<h3> Kongo: Über 200 Tote</h3>Nach Angaben der WHO gibt es inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle. Seit Beginn des Ausbruchs im April starben über 200 Menschen in der Demokratischen Republik Kongo . Auch im Nachbarland Uganda wurden bereits mehrere bestätigte Fälle registriert. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen aber deutlich höher liegt. <BR /><BR />Der Ausbruch sei wochenlang unbemerkt geblieben, zudem würden nicht alle Fälle gemeldet. Die Organisation hat deshalb eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Das Risiko einer landesweiten Epidemie im Kongo stuft sie als sehr hoch ein.<BR /><BR />Laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus wird sich die Situation noch weiter zuspitzen. „Wir stehen vor einem äußerst ernsten und schwierigen Ausbruch“, sagte er. „Es wird erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird.“<h3>Riesiges Land, bewaffnete Konflikte</h3>Besonders problematisch ist die Sicherheitslage im Osten des Landes, wo seit Jahrzehnten bewaffnete Konflikte herrschen. Millionen Menschen sind dort auf der Flucht und leben oft unter beengten Bedingungen in provisorischen Lagern. Experten warnen, dass sich das Virus in solchen Flüchtlingslagern besonders schnell ausbreiten könnte.<BR /><BR />Hinzu kommen immer wieder Angriffe auf Ebola-Zentren. In den vergangenen Tagen wurden mehrfach Behandlungszelte angezündet. Angehörige wollten die Leichen mutmaßlicher Ebola-Opfer herausverlangen. Traditionelle Abschiedsrituale spielen in vielen Regionen eine wichtige Rolle. Verstorbene Ebola-Patienten gelten jedoch weiterhin als hochansteckend und müssen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen bestattet werden.<h3>Ausbreitung in Europa unwahrscheinlich</h3>Experten halten das Risiko einer größeren Ausbreitung in Europa für gering. Zwar seien einzelne Fälle durch Reiserückkehrer nicht auszuschließen. Länder mit gut ausgebauten Gesundheitssystemen könnten Infektionsketten jedoch meist schnell durch Rückverfolgung und Beobachtung von Kontaktpersonen unterbrechen. <BR /><BR />Krankheiten mit schweren Symptomen und hoher Sterblichkeit seien zudem leichter einzudämmen als Erreger wie das Coronavirus, bei denen viele Infektionen zunächst unbemerkt bleiben.