Freitag, 03. August 2018

Ebola: Herausforderung für Helfer im Kongo

Der neue Ausbruch der gefährlichen Ebola-Krankheit in einem Konfliktgebiet im Osten des Kongos stellt Helfer vor massive Probleme. Bis Freitag waren nach WHO-Angaben 20 Menschen in der Region um Beni im Nordosten des Landes an Symptomen gestorben, die auf Ebola hindeuten.

Die WHO ist mit mehreren Dutzend Mitarbeitern im Einsatz.
Die WHO ist mit mehreren Dutzend Mitarbeitern im Einsatz. - Foto: © APA/AFP

Medizinisches Personal könne sich womöglich nur mit bewaffneten Eskorten in der Region bewegen, sagte Peter Salama, Leiter für Noteinsätze bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), am Freitag in Genf. „Kontakte von Kranken in einem Kriegsgebiet aufzuspüren ist eine höchst komplexe Aufgabe“, sagte Salama.

Mehr als 15.000 Soldaten der UN-Blauhelme sollen zur Befriedung beitragen. Die WHO ist mit mehreren Dutzend Mitarbeitern an Ort und Stelle, ebenso Hilfsorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ und das Rote Kreuz.

Ebola-Ausbruch im Westen des Landes beendet

Der erste Fall wurde Ende Juli bekannt, nur wenige Tage, nachdem die Gesundheitsbehörden den vorherigen Ebola-Ausbruch im Westen des Landes für beendet erklärt hatten, wie Salama mitteilte.

Der jüngste Ausbruch passierte mehr als 1500 Kilometer von der Region des vorherigen Ausbruchs nahe der Stadt Mbandaka entfernt. Möglich sei eine Übertragung etwa durch Fruchtfliegen, die solche Strecken zurücklegen könnten, sagte Salama. Nach ersten Tests handle es sich um den gleichen Erregerstamm. Eine Bestätigung wird kommende Woche erwartet.

Hunderttausende durch Kämpfe vertrieben

Für eine erfolgreiche Bekämpfung des Ausbruchs sei das rigorose Aufspüren aller Menschen nötig, die entweder direkt mit Kranken in Kontakt waren oder mit anderen Menschen, die Kontakt zu Kranken hatten, so Salama.

Der Osten des Kongos ist seit Jahrzehnten instabil. In der Region kämpfen mehrere Milizen, denen es vor allem um die Kontrolle von Land und Bodenschätzen geht. In dem Gebiet um die Stadt Beni etwa 50 Kilometer vor der Grenze zu Uganda entfernt leben zudem Hunderttausende durch die Kämpfe Vertriebene.

Diese Menschen zögen oft von Ort zu Ort, was eine Ausbreitung wahrscheinlicher mache, so Salama. Die WHO habe Uganda sowie die Nachbarländer Burundi und Tansania alarmiert, sich auf mögliche Ausbrüche vorzubereiten.

apa/dpa

stol