Sonntag, 22. Mai 2016

Egyptair: Ägypten verstärkt Suche im Mittelmeer

Noch immer ist unklar, warum der Airbus A320 auf dem Weg nach Kairo abgestürzt ist. Auch die beiden Flugschreiber bleiben verschollen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagt Frankreichs Außenminister.

Foto: © APA/AFP

Nach dem mysteriösen Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer verstärkt Ägypten die Suche nach den beiden verschollenen Flugschreibern. Die ägyptische Marine entsandte am Sonntagmorgen ein U-Boot ins Mittelmeer, wie Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi in einer live übertragenen Ansprache erklärte.

Die Ermittler erhoffen sich von dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder Aufschlüsse über die ungeklärte Absturzursache. Al-Sisi warnte zugleich davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Sobald die Untersuchungen Ergebnisse erbracht hätten, würden diese veröffentlicht, erklärte der Staatschef.

Frankreich Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte, es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt und keine Möglichkeit ausgeschlossen. Ägyptens Luftfahrtminister Scherif Fathi hatte am Donnerstag erklärt, die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als ein technischer Fehler.

Unmittelbar vor Absturz Rauchalarm

Neue Erkenntnisse ergaben, dass an Bord des Fluges MS804 unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm ausgelöst wurde. Das ACARS-System der Maschine habe eine entsprechende Meldung gesendet, hieß es von der französischen Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt BEA. Der Rauch sei aus dem Toilettenbereich im vorderen Teil der Maschine gemeldet worden. 

Die Egyptair-Maschine war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Suchmannschaften des ägyptischen Militärs bargen am Freitag und Samstag Trümmerteile. Auch Körperteile und persönliche Gegenstände wurden rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria gefunden. Griechenland und Frankreich unterstützen Ägypten bei der Suchaktion.

dpa

stol