Erste Labortests von Sprossen aus einem niedersächsischen Saatgutbetrieb haben nach amtlichen Angaben noch keinen Nachweis von Erregern der lebensgefährlichen EHEC-Darminfektionen erbracht. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag in Hannover weiter mit.Die Sprossen von dem Erzeuger in Bienenbüttel im Landkreis Uelzen waren nach einer Überprüfung der Lieferwege unter EHEC-Verdacht geraten. Sie waren direkt oder über Zwischenhändler an Gastronomiebetriebe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Niedersachsen geliefert worden, wo es gehäuft zu Infektionen kam.Der Geschäftsführer des unter Verdacht stehenden Hofes Bienenbüttel, Klaus Verbeck, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagsausgabe), er könne sich keinen Reim auf die Vorgänge und Vorwürfe machen. Die Salatsprossen wüchsen nur aus Saatgut und Wasser. Sie würden überhaupt nicht gedüngt. Auch in anderen Geschäftsbereichen des Hofes werde kein tierischer Dünger verwendet.Patientenanzahl steigtDie Welle der EHEC-Epidemie ebbt vor allem in Niedersachsen nicht ab. Die Patientenzahl stieg am Montag auf 503 Fälle und Verdachtsfälle. 385 Erkrankungen wurden im Labor bestätigt. 96 Patienten litten unter der lebensbedrohlichen Komplikation, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Das teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Am Samstag waren 458 Fälle und Verdachtsfälle gezählt worden. „Der Scheitelpunkt ist leider noch nicht erreicht“, sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker.Insgesamt sind in Deutschland rund 1.600 EHEC-Erkrankungen bekanntgeworden. Mit dem Erreger werden inzwischen 21 Todesfälle in Verbindung gebracht.In Österreich ist in dem bisher untersuchten Gemüse kein EHEC-Keim gefunden worden. apa/dpa/afp