Der Mann, der in einem weißen Smart geflohen war, wurde von Carabinieri in einem Waldstück im Ortsteil Braccano von Matelica (Provinz Macerata) schwer verletzt am Boden liegend gefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Entdeckt wurde er von einem Jäger, der ihn zunächst versorgte und anschließend den Notruf absetzte.<BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft von Ancona, die eine Autopsie der Leiche der Frau angeordnet hat, hatte gegen Muslija - der des Mordes beschuldigt wird - einen internationalen Haftbefehl erlassen. Ermittler kehrten erneut in das Wohnhaus zurück, in dem die Frau tot aufgefunden worden war - mit schweren Verletzungen an Kopf und Brust. Die Beamten suchten nach Spuren, sowie nach dem mutmaßlichen Tatwerkzeug. Sichergestellt wurde ein Eisenrohr aus einem Baugerüst, das Blutspuren aufweist und nun untersucht wird.<BR /><BR />Laut Ermittlern hatte Nazif Muslija seine Frau bereits im April bedroht und Gewalt angewendet. Damals hatte er mit einer Axt die Tür zu ihrem Schlafzimmer eingeschlagen, sie bedroht und ihr Handy zerstört, damit sie keinen Notruf absetzen konnte. Anschließend beschädigte er das Eingangstor eines angeblichen Freundes - jedoch an der falschen Adresse. Die Frau konnte in der Zwischenzeit zu Nachbarn fliehen.<BR />Die 49-jährige Sadjide Muslija, eine Fabrikarbeiterin, hatte zuvor bereits die Polizei über die Misshandlungen ihres Mannes informiert. Er war daraufhin verhaftet und zu einem Jahr und zehn Monaten Haft wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden, blieb aber auf freiem Fuß.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1246803_image" /></div> <BR /><BR />Am Mittwoch wurde die Frau tot in ihrem Bett gefunden, mit deutlichen Spuren von Gewalt. Der Ehemann gilt als Hauptverdächtiger, da er nicht zur Arbeit erschien und nicht auffindbar war. Laut Anwalt Antonio Gagliardi hatten sich die Eheleute nach der Anzeige wieder versöhnt und die Frau ihren Mann erneut ins Haus aufgenommen. Gagliardi kritisiert jedoch die Verzögerung im verpflichtenden Betreuungsprogramm für gewalttätige Männer, das nach dem Urteil hätte beginnen müssen. Die zuständige Behörde habe den Start erst für das Frühjahr vorgesehen. „Der Mann hätte sofort behandelt werden müssen, nicht erst nach einem Jahr“, sagte der Anwalt.<BR /><BR />Auch die Staatsanwaltschaft Ancona bestätigt eine Systemlücke. Monica Garulli, Staatsanwältin in Ancona, erklärte, das Schutzprogramm für die Frau sei nicht gestartet, weil die Einrichtung keine freien Kapazitäten hatte. „Wäre der Täter rechtzeitig betreut worden, hätte sich vielleicht etwas geändert. Das ist eine kritische Lücke, über die man nachdenken muss. Gleichzeitig ändert das nichts an seiner Verantwortung“, so die Anwältin.