Wie geht das Sprichwort vom Berg und dem Propheten nochmals? Wenn der nicht zu dem anderen kommt, muss halt der andere sich umso mehr bemühen. So oder so ähnlich verhält es sich auch mit den Jugendlichen – oder genauer gesagt, mit der mobilen Jugendarbeit.<BR /><BR />In den vergangenen Monaten war viel davon die Rede, dass vor allem die Jugendlichen unter den Corona-Einschränkungen leiden müssen – unter anderem deshalb, weil sie ihre gewohnten Anlaufstellen und Treffpunkte wie Discos, Vereine oder Jugendzentren nicht so nutzen konnten und können, wie dies wünschenswert wäre.<BR /><BR />Um Jugendliche begleiten zu können, ist es aber auch über Corona hinaus nötig, „niederschwellige“ bzw. leicht zugängliche Angebote zu schaffen. Eine solche Möglichkeit bietet die mobile Jugendarbeit. Dabei können jene Jugendlichen kontaktiert werden, die kein Jugendhaus besuchen, die sich nicht für Vereine interessieren usw. Im Vinschgau ist es ein Camper, der die Ortschaften durchstreift – und womit versucht wird, auf Jugendliche zuzugehen. <BR /><BR /><b>Ein Kleinbus als Anlaufstelle</b><BR /><BR />Wie Tobias Stecher vom Jugenddienst Obervinschgau erklärt, sei es derzeit vor allem seine Mitarbeiterin Andrea Innerhofer, die sich praktisch „fahrend“ den Jugendlichen und ihren Wünschen annähert. Das Projekt sei über Interreg mitfinanziert worden, Land, Bezirksgemeinschaft, Jugenddienst Mittelvinschgau und der Bezirk Landeck seien mit im Boot.<BR /><BR />Mit dem Camper könne man dort sein, wo sich auch die Jugendlichen aufhielten, sagt Stecher. Im Dorf, auf einem Park- oder Fußballplatz oder wo auch immer – man sei mobil und treffe auch viele jener Jugendlichen, die sich eben nicht in die Jugendzentren begäben. <BR /><BR /><b>Vertrauensbasis ist wesentlich</b><BR /><BR />Der Jugenddienst fährt nicht blindlings durch die Gegend, sondern das Ganze hat durchaus Konzept. Man geht z. B. auf Jugendliche zu, stellt sich vor und baut Kontakte auf. Auf diese Weise entsteht Vertrauen, die Jugendlichen würden das Angebot dann gerne nutzen und öffneten sich ein Stück weit, sagt Stecher. Die Resonanz sei jedenfalls „super“, man sei der einzige derartige Dienst im Land. <BR /><BR />Auch diese mobile Form der Jugendarbeit versteht sich als Lobbyarbeit für die jungen Menschen, betont Tobias Stecher. Jugendliche sollten gesehen und gehört werden, das sei wichtig und daher hofft er, dass es das Projekt noch lange gibt. Man suche außerdem derzeit noch personelle Verstärkung, ergänzt er.<BR /><BR />Die Jugendarbeiter haben erst kürzlich auf die Schwierigkeiten von jungen Menschen hingewiesen, die auf Corona zurückzuführen sind. Bei einer Aktion wurden leicht zugängliche Angebote für die Jugendlichen gefordert. Denn wenn es für junge Menschen ohnehin nicht einfach ist, gewohnte und wichtige Angebote wahrzunehmen, dann sollte man ihnen zumindest die derzeit noch wenigen leichter zugänglich machen.