Samstag, 10. Januar 2015

Ein Christ zu sein wird immer gefährlicher

Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Die Übergriffe haben seit Sommer 2014 deutlich zugenommen. Besonders betroffen sind der Mittlere Osten, Afrika und Asien. Die jüngsten Erhebungen von „Open Doors“ zeigen, dass insgesamt mehr Christen in mehr Ländern verfolgt werden.

Immer häufiger werden Christen wegen ihres Glaubens verfolgt.
Immer häufiger werden Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. - Foto: © APA/DPA

Das geht aus dem „Weltverfolgungsindex 2015“ (WVI) hervor, den das christliche Hilfswerk „Open Doors“ nun veröffentlicht hat. Zum 14. Mal in Folge führt demnach Nordkorea den WVI an, gefolgt von Somalia (Platz 2, wie im Vorjahr) und dem Irak (Vorjahr Platz 4).

Der jährlich veröffentlichte Weltverfolgungsindex ist eine Rangliste jener 50 Länder, in denen Christen am meisten betroffen sind. Der Index listet laut der Nichtregierungsorganisation die Länder nach dem Schweregrad der Verfolgung und Repressionen von Christen auf. Die Expertenanalyse findet unter anderem mittels Fragebögen statt.

Terrororganisationen ausschlaggebend

Die Verschlechterung der Situation für Christen im Irak ist laut dem Index der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zuzuschreiben. In Somalia und dem benachbarten Kenia (Platz 19/Vorjahr 43) sei die islamistische Al-Shabaab-Miliz für die Zuspitzung verantwortlich. Extremistengruppen wie Al-Shabaab, Al-Kaida im Maghreb und Boko Haram in Nigeria sind „Open Doors“ zufolge die Haupturheber der Verfolgung.

Islamismus als Auslöser

Ebenso machten subtilere Formen des Islamismus den Christen in Afrika das Leben schwer. Mit der Begründung, die heimische Kultur bewahren zu wollen, würden der gesamten Bevölkerung, ob muslimisch, andersgläubig, praktizierend oder nicht, islamische Praktiken aufgezwungen. Dies geschehe insbesondere in Dschibuti, Tansania und auf den Komoren.

Laut dem „Weltverfolgungsindex 2015“ sind zahlreiche Verschlechterungen zu verzeichnen, während es nur wenige Verbesserungen gibt, und zwar in Äthiopien (Platz 22/Vorjahr 17), Laos (28/ Vorjahr 21) und Sri Lanka (44/Vorjahr 29). Staaten wie Marokko und der Niger wurden von Ländern mit stärkerer Christenverfolgung von der Liste verdrängt.

APA/d/stol

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