Die Einwohner vieler Bergdörfer oder kleinerer Orte auf dem Land sterben aus, die Nachkommen zieht es in größere Städte oder ins Ausland - so stehen immer mehr Immobilien leer. Inzwischen mehren sich die Gemeinden, die die Renovierung verlassener Häuser unterstützen. <BR /><BR />Manche versuchen, mit Ein-Euro-Häusern die Landflucht zu stoppen. Ein Beispiel sind die Berggemeinden des Gebietes „Pasubio Piccole Dolomiti“ in der Provinz Vicenza, die das Projekt „Green communities Case a 1 Euro“ ins Leben gerufen haben. Wie die Verantwortlichen des Gemeindeverbandes betonen, werden die verlassenen Häuser den Käufern zum symbolischen Preis von einem Euro angeboten. Einzige Bedingung ist, dass sie renoviert und bewohnt werden. Diese Gebäude werden dann denjenigen zur Verfügung gestellt, die sich verpflichten, sie mit eigenen Mitteln wieder bewohnbar zu machen - wie viel das Ein-Euro-Haus dann im Endeffekt wert ist, bestimmt somit der Sanierungsaufwand.<BR /><BR />In den zehn Berggemeinden der Provinz Vicenza wurden nicht weniger als 10.000 verlassene Gebäude gezählt. Häufig sind die Eigentümer froh, wenn sie sich von diesen Immobilien trennen können, auch ohne Gewinn zu erzielen. Denn mit dem „Verkauf“ ihrer verlassenen Gebäude können sie sich nicht nur der Steuerlast, sondern auch der Verantwortung für die Gefahren, die von einsturzgefährdeten Häusern ausgehen, entledigen. <BR /><BR />In der Bergregion Piccole Dolomiti in der Provinz Vicenza werden inzwischen 24 leerstehende Immobilien - darunter auch ein ehemaliges Hotel - für einen symbolischen Preis von einem Euro angeboten. Für das Projekt gingen 78 Kaufangebote ein, darunter auch aus dem Ausland. Insgesamt hatten zuvor mehr als 500 auch ausländische Interessenten nach Informationen gefragt. Von ursprünglich 385 leerstehenden Gebäuden wurden letztlich 24 Immobilien in drei Gemeinden für den Verkauf ausgewählt und zwar in Recoaro Terme, Posina und Valli del Pasubio. Die drei Gemeinden verbindet, dass sie an der Grenze zum Trentino liegen. Deshalb profitieren sie von speziellen Fördermitteln, den sogenannten „Grenzgemeindefonds“, mit denen strukturelle Projekte finanziert werden. <BR /><BR />In einigen Gemeinden wurden bereits erste Käufer gefunden, darunter auch für ein historisches Hotel im Ortszentrum, das ansonsten vermutlich abgerissen worden wäre. Die Initiative soll nun schrittweise weiter umgesetzt werden. Eine endgültige Auswahl der Käufer wird Anfang Mai erwartet. Mosè Squarzon, Präsident der Bergunion und Bürgermeister der Ortschaft Monte di Malo, sagte: „Es ist ein romantisches Projekt, mit dem wir den Menschen und das Leben in jene Orte zurückbringen wollen, die die Moderne und die Suche nach Komfort nach und nach geleert haben. Es ist weniger eine wirtschaftliche Investition als vielmehr eine Investition für das Leben der Gemeiden“. Um die Immobilieneigentümer zur Teilnahme an der Initiative zu bewegen, habe man auf den Steuerdruck gepocht, der auf inzwischen unbewohnbaren Immobilien lastet, so Mosè Squarzon weiter.