Die ersten Untersuchungen schlossen nach bisherigen Erkenntnissen Anzeichen von Gewalt aus und datieren den Tod des Mannes auf mindestens zwei Jahre zurück.<BR /><BR />In dem Haus hatte der 32-Jährige mit seiner 70-jährigen Mutter, sowie einem etwas älteren Bruder und einer Schwester gelebt. Die Mutter und die beiden Geschwister wurden anschließend ins Krankenhaus gebracht. Die Frau wurde beim Eintreffen der Einsatzkräfte in einem sehr schlechten Gesundheitszustand und unterernährt vorgefunden. Auch Bruder und Schwester befanden sich in einem Zustand gesundheitlicher Gebrechlichkeit. <BR /><BR />Campi Bisenzio mit knapp 48.000 Einwohnern liegt zwischen der toskanischen Hauptstadt Florenz und Prato. Das Haus, in dem die Leiche entdeckt wurde, ist nicht abgeschieden, sondern ist von weiteren Wohnhäusern umgeben; in einem davon sollen auch andere Verwandte leben. Einige Nachbarn erinnerten sich an die Familie, die nach außen hin jedoch über lange Zeit nahezu unsichtbar gewesen sei - bis vor zwei Tagen. Die vier Personen, alle italienische Staatsbürger, waren den übrigen Bewohnern des Ortes bekannt, hielten die Kontakte jedoch auf ein absolutes Minimum beschränkt.<h3> „Er schläft“</h3>Entdeckt wurde die Leiche von den Stadtpolizisten von Campi Bisenzio, die aufgrund mehrerer Hinweise eingeschaltet wurden. „In diesem Haus leben drei Geschwister, einer von ihnen ist seit langer Zeit nicht mehr gesehen worden - geht nachschauen“, lautete der Hinweis, der aus mehreren Quellen kam und die Behörden dazu veranlasste, der Situation in dem Haus nachzugehen und zu klären, wie es dort tatsächlich stand.<BR /><BR />Beim Einsatz stellten die Beamten fest, dass das Haus ohne Strom und Wasser war und über keine Heizung verfügte. Der Gesundheitszustand der Mutter machte zudem ein sofortiges ärztliches Eingreifen erforderlich, weshalb der Rettungsdienst 118 sowie die Sozialdienste verständigt wurden. Bei den Kontrollen fiel außerdem auf, dass ein Familienmitglied fehlte - der 32-jährige Mann. Die Geschwister, die auch von den Ermittlern befragt wurden, erklärten, er schlafe. Daraufhin wurde für den folgenden Tag ein weiterer Einsatz angesetzt. Dabei wurde schließlich die Leiche in einem Koffer in einem Zimmer entdeckt, dessen Tür mit Klebeband verschlossen und zusätzlich hinter Kartons verborgen war. <h3> Situation sozialer Not und Einsamkeit</h3>Die zuständige Staatsanwältin ordnete die Beschlagnahmung des Hauses an. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, warum sich der Leichnam in dem Koffer befand. Es handele sich um eine Situation sozialer Not und Einsamkeit, die offenbar schon lange angedauert habe, den Behörden jedoch nicht bekannt gewesen sei, erklärte der Bürgermeister von Campi Bisenzio, Andrea Tagliaferri. <BR /><BR />„Sobald wir alarmiert wurden, haben wir sofort reagiert und die Mutter sowie die beiden anderen Kinder ins Krankenhaus gebracht“, sagte der Bürgermeister.