Für die Menschen im Val di Sole (Sulzberg) im Trentino ist klar: Die Anwesenheit von großen Raubtieren wie dem Bär stellt für die öffentliche Sicherheit, die Wirtschaft sowie den Erhalt der lokalen Bräuche und Traditionen in ihren Heimatdörfern eine große Gefahr dar. <BR /><BR />Knapp 64 Prozent der Wahlberechtigten haben sich gestern an einer Volksbefragung in den 13 Gemeinden im Val di Sole beteiligt. Und die überwältigende Mehrheit von 98 Prozent hat auf den Stimmzettel die entsprechende Frage mit einem „Ja“ beantwortet: Für 7731 Personen stellt die Anwesenheit von Großraubtieren in dicht besiedelten Gebieten wie dem Sole-, Peio- und Rabbital „eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar und schadet der Wirtschaft sowie der Erhaltung der lokalen Bräuche und Traditionen“.<BR /><BR />Die Organisatoren des Referendums sprachen in einer ersten Reaktion von einem „klaren Signal“ und einer „deutlichen Botschaft“. Auch wenn das Ergebnis der Befragung nicht bindend sei, ein Auftrag an die Politik sei es allemal.<h3> Fast 8000 Stimmen angegeben</h3>Bis 20 Uhr standen 20 Wahllokale in Caldes, Cavizzana, Commezzadura, Croviana, Dimaro Folgarida, Malé, Mezzana, Ossana, Peio, Pellizzano, Rabbi, Terzolas und Vermigliooffen: 7842 gültige Stimmen abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 63,16 Prozent entspricht. <BR /><BR />Die höchste Wahlbeteiligung wurde in Cavizzana (75,51%), Rabbi (73,07%), Terzolas (71,72%) und Caldes (71,13%) verzeichnet. Unter 60% lagen Ossana (59,71%), Vermiglio (59,65%), Malé (57,45%) und Pellizzano (53,64%).<h3>„Wollen ein politisches Signal setzen“</h3> Wie berichtet, waren in den betroffenen Gemeinden für die Abhaltung der Volksabstimmung vom Komitee „Gemeinsam für Andrea Papi“ 6173 Unterschriften gesammelt worden. Der 26-jährige Andrea Papi war 5. April 2023 von Bärin JJ4 in Caldes angegriffen und tödlich verletzt worden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1089783_image" /></div> <BR /><BR /> Pierantonio Cristoforetti, Präsident des Komitees, hatte im Vorfeld klargestellt, dass das Referendum nicht darauf abziele, die Bären aus dem Gebiet zu verbannen: „Wir wollen damit den Entscheidungsträgern im Trentino ein politisches Signal geben, damit Maßnahmen ergriffen werden, die etwas stärker sind als ein Gesetz, das die Entnahme von 8 Bären pro Jahr, das Aufstellen von bärensicheren Müllkübeln und Warnschildern an den Wanderwegen vorsieht. Das waren kleine Schritte, die aber keine Wirkung gezeigt haben“, sagte Cristoforetti. <BR /><BR />Das Trentino müsse endlich eine Änderung der europäischen Vorschriften fordern, um zur Übernahme des slowenischen Modells zu gelangen, wo heuer 176 Entnahmen zur Eindämmung der Bärenpopulation genehmigt worden seien. <h3> Befragung auch am Nonsberg</h3>Schon bald werden auch die Bürger am Nonsberg zu ihrer Meinung über die Großraubtiere befragt. Dort waren sogar 9060 Unterschriften gesammelt worden. Das Referendum findet im Zeitraum zwischen dem 25. November und dem 8. Dezember statt, weitere sind in den Judikarien und im Valle dei Laghi geplant – alles Gebiete, in denen vor allem die Anwesenheit von Bären ein großes Problem ist.