Die meisten Stellen von Ärzten der Allgemeinmedizin frei sind derzeit mit 13 im Gesundheitssprengel Bozen. Erfahrungsgemäß dürften diese allerdings weit einfacher zu besetzen sein, als jene 11 Stellen, die derzeit im im Mittel- und Obervinschgau vakant sind, die 6 im Wipptal oder die 4 im Hochpustertal. Hausarztstellen in der Peripherie werden, wenn überhaupt, nämlich meist als letzte gewählt.<BR /><BR />Beim Sanitätsbetrieb legt man Wert auf die Feststellung, dass trotz Ärztemangel kein Patient im Land ohne Hausarzt dasteht. Zudem entspreche die Auflistung der 88 vakanten Stellen nicht der Realität, seien diese Stellen doch nach gesamtstaatlichem Versorgungsschlüssel errechnet und nicht nach dem in Südtirol geltenden. „Während laut staatlichem Versorgungsschlüssel 1300 Patienten auf einen Arzt kommen, sind es hierzulande 1500 bis 1600“, erklärt Lukas Raffl, Kommunikations-Chef des Sanitätsbetriebes. <BR /><BR />Zudem gebe es einige Hausärzte, die „aus historischen Gründen“ sogar über 2000 Patienten betreuen. Dadurch könne die medizinische Grundversorgung derzeit für alle Patienten gewährleistet werden.<h3> Derzeit nur 20 Jungärzte in Ausbildung</h3>Dass Südtirol dennoch dringend Hausärzte braucht, ist unbestritten. Neben den bereits 88 vakanten Stellen werden, wie mehrfach berichtet, in den kommenden Jahren zahlreiche Hausärzte in den Ruhestand treten. Und diese nachzubesetzen ist, Stand heute, so gut wie unmöglich. „Die Basisversorgung ist nicht gewährleistet und das schön angekündigte Projekt der wohnortnahen Gesundheitsversorgung ist unter diesen Bedingungen das Papier, auf dem es geschrieben ist, nicht wert. Dabei handelt es sich um eine reine Wahlwerbung des Landeshauptmannes“, ärgert sich der Mediziner und Team-K-Abgeordnete Franz Ploner. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="937195_image" /></div> <BR /><BR />Ein ähnliches Bild zeichnet Dr. Giuliano Piccoliori, Wissenschaftlicher Leiter des bei der „Claudiana“ angesiedelten Institutes für Allgemeinmedizin in Bozen. Wie berichtet haben dort diese Woche 10 Jungärzte ihr Diplom erhalten. Sie können sofort provisorisch eine Stelle antreten und sich Ende des Jahres dann in die Rangliste für die vakanten Hausarztstellen im Land eintragen lassen um dann ihren definitiven Wirkungsort zu wählen.<BR /><BR /> Beim Sanitätsbetrieb ist man über jeden neuen Basismediziner froh. Viel Nachwuchs ist allerdings nicht zu erwarten. In Bozen absolvieren derzeit in 3 verschiedenen Jahrgängen insgesamt 20 Jungärzte die Ausbildung zum Basismediziner. „Viel zu wenig wenn man an die Pensionierungswelle denkt, die uns bevorsteht“, sagt Dr. Piccoliori. Aber das mahne man ohnehin bereits seit Jahren an. Die Leidtragenden sind die Patienten, allen voran die Senioren, die am meisten auf einen Hausarzt in ihrer Nähe angewiesen sind.<BR />