Donnerstag, 24. August 2017

Ein Jahr nach Erdbeben in Amatrice – Kritik an schleppendem Neustart

Zum Jahrestag des schweren Erdbebens in Italien beklagen viele Bewohner der Region den zögerlichen Wiederaufbau. Lediglich acht Prozent des Schutts seien bisher beseitigt worden. „Die große Verspätung bei der Räumung der Trümmer ist unannehmbar“, kritisierte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi.

Verheerende Schäden nach dem Erdbeben.
Verheerende Schäden nach dem Erdbeben. - Foto: © LaPresse

Pirozzi nahm am Donnerstag mit dem italienischen Premier Paolo Gentiloni und der römischen Bürgermeisterin Virginia Raggi an einer Gedenkmesse in Amatrice teil. „Amatrice wird wieder auferstehen. Nach der Nacht kommt immer ein neuer Morgen“, sagte Bischof Domenico Pompili, der die Messe zelebrierte. Er machte Druck für einen schnelleren Wiederaufbau und für die Bewältigung bürokratischer Engpässe, die diesen erschweren.

Am 24. August vor einem Jahr begann eine Erdbebenserie in der mittelitalienischen Region, die ganze Ortschaften verwüstete. 300 Menschen kamen ums Leben, die meisten davon in der Berggemeinde Amatrice. Zehntausende wurden obdachlos. Die Schäden des Erdbebens in Mittelitalien wurden auf 23 Milliarden Euro beziffert.

Sorge löste unterdessen aus, dass der Sonderkommissar der Regierung für den Wiederaufbau sein Mandat beendet. Vasco Errani wird das Amt ab September nicht mehr bekleiden. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Italien wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Auf der Insel Ischia vor Neapel richtete ein Beben erst am vergangenen Montag große Schäden an. Zwei Menschen starben, 42 Personen wurden verletzt.

apa

stol