Nicht immer sind sich das Landesdenkmalamt und Eigentümer von geschützten Gebäuden einig. Am Lichtenberger Berg gibt es seit Jahrzehnten unterschiedliche Auffassungen, was den Umgang mit einem alten Haus betrifft.<BR /><BR /><BR />Karin Dalla Torre ist nach wie vor überzeugt, dass der Denkmalschutz des alten Wohnhauses am Wallnöfhof am Lichtenberger Hof aufrechterhalten bleiben muss. Sie sagt, dass es sich um ein Gebäude mit jahrhundertealter Vorgeschichte handelt und dass das Haus gemeinsam mit der Kapelle nebenan ein schützenswertes Ensemble darstelle. <h3> Es gab mehrfach Ortsaugenscheine, das offizielle Ergebnis war immer dasselbe</h3>Man habe schon mehrfach Ortsaugenscheine gehabt, gar Ex-Landesrätin Maria Kuenzer habe sich die Situation angeschaut. Es gebe im Haus einen älteren Kern, es gebe die Fassade samt Baugeschichte – all das müsse erhalten werden, wie die Denkmalamt-Chefin erklärt. Auch wenn die Eigentümer mehrfach Anträge zur Aufhebung gestellt hätten – die Einstufung aus Denkmalschutzsicht sei nach wie vor dieselbe. Daher sagt das Denkmalamt „Nein“ zur Aufhebung.<BR /><BR />Was bezweckt die Bauernfamilie eigentlich mit der gewünschten Aufhebung? Wie der Landwirt Simon Mair und sein Vater Edmund erklären, habe man am Hof hinten und vorn keinen Platz. Man wünsche sich Entfaltungsmöglichkeiten und möchte einen neuen Stall bauen bzw. einen Erweiterungsbau umsetzen. Damit könne das Vieh ordentlich und zeitgerecht untergebracht werden, auch Auflagen an das Tierwohl wären so einfacher umzusetzen, zumal man im Nationalparkgebiet nicht beliebig bauen dürfe. Man möchte mit dem Abbruch einfach erreichen, „ein bissl leichter arbeiten zu können“.<h3> Einfach „a bissl leichter arbeiten können“</h3>Die Bauernfamilie kann nicht nachvollziehen, dass das alte Wohnhaus derart schützenswert sein soll. Das Gebäude sei in schlechtem Zustand, Decken drohten einzubrechen, sollten Maurer dort in größerem Umfang aktiv werden müssen. Sie fragen sich, was sie mit dem alten Haus tun sollen und ergänzen, dass die Gemeinde Prad ihr Anliegen unterstütze. <BR />Die Bauern möchten auch nicht aufgezwungen bekommen, was mit dem alten Wohnhaus zu tun ist. Es gebe Vorschläge, Ferienwohnungen zu bauen, sagen sie. Aber das wolle man nicht, das sei auch viel zu aufwändig. Man wolle auch keinen Streit mit dem Denkmalamt und hätte vor, mit einem Neubau auch eine neue Zufahrt zum Hof zu errichten, denn die aktuelle ist sehr steil und nicht mit allen Fahrzeugen ohne weiteres befahrbar. <h3> „Will man Bergbauernhöfe eigentlich erhalten?“</h3>Man möchte auch nicht anderswo bauen, sondern am Hof, ergänzen sie. „Will man eigentlich, dass die Bergbauernhöfe erhalten bleiben?“, fragen sich Simon Mair und sein Vater Edmund. Man habe es am Berg ohnehin schon schwer genug, es gebe in der Nachbarschaft auch bereits Beispiele von verkauften Höfen – es seien Auswärtige, die sich eingekauft hätten und keine Landwirtschaft mehr betreiben wollten im herkömmlichen Sinn. <BR />Das Fazit der Familie: Mit einem Abbruch und einem Neubau könne man angemessen wirtschaften, die Zukunft des Hofes sei damit besser gewährleistet als mit dem Altbestand in der heutigen Form, der seit 1971 leer steht und daher Gefahr läuft, laufend zu verfallen. „Eine Renovierung wäre extrem teuer und aufwändig“, bekräftigt Edmund Mair und bedauert, dass man in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Ablehnungen von Anfragen erhalten habe. <h3>Ensemble ist schützenswert und es gibt auch (viel) Fördergeld</h3>Wie es aussieht, wird sich daran wohl nichts ändern. Wie Karin Dalla Torre sagt, habe man in Südtirol ein einzigartiges Denkmalschutzgesetz, das sich bewährt habe – wenngleich das nicht alle so sehen. Sie ergänzt, dass mit dem Gesetz Förderungen einhergehen, welche je nach Fall auch mehrere 100.000 Euro betragen können.