„2022 wurde der Borkenkäfer zum großflächigen Problem im Vinschgau“, erklärte der Amtsdirektor des Forstinspektorats Schlanders, <b>Georg Pircher</b> (im Bild). <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="967549_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Den Borkenkäfer habe es in Südtirol schon immer gegeben, er sei ein heimisches Tier in den Wäldern des Landes. Seine Funktion im Ökosystem sei, das Schadholz, also abgestorbene Bäume bzw. totes Holz abzutragen. <BR /><BR />Doch der 4 bis 5 Millimeter kleine Käfer wird zum Problem, wenn er sich massenhaft vermehrt, denn dann befällt er auch die lebenden Bäume, die dann sterben. So weit ist es bei einer bestimmten Borkenkäferart in Südtirol gekommen, dem Fichtenborkenkäfer.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="967552_image" /></div> <BR /><BR />„2019 und 2020 wurden aufgrund des hohen Schneedrucks viele Bäume beschädigt“, sagte Pircher. Die gesamte Menge an Schadholz, die daraus entstanden war, konnte nicht entfernt werden. Ein gefundenes Fressen für die Käfer. „Der Wald war bereits geschwächt und 2022 war dann ein trockenes und warmes Jahr, weshalb der Käfer zum flächigen Problem wurde.“ Besonders der Nördersberg von Martell, Laas, Eyrs, Tschengls, bis Prad und Gomagoi sei vom Borkenkäfer betroffen. Weiter nördlich werde es dem Krabbeltier dann aber zu kalt, doch dort, wo er ist, verbreite er sich. 2023 habe er sich weiter vermehrt, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vorjahr, denn die kältere und feuchtere Witterung gefällt dem Käfer nicht.<BR /><BR />Etwas Positives gebe es aber, berichtete Pircher: In der Regel – und das zeigen Daten aus der Vergangenheit – steigt die Vermehrung des Problemtieres ein paar Jahre lang an, dann breche sie ab. „Wir hoffen, dass wir uns auf dem Scheitelpunkt befinden“, sagte der Forstinspektor. Gebe es jedoch einen trockenen Mai 2024, werde sich die Situation verschlechtern. <h3> Die Bekämpfung</h3>Doch welche Methoden gibt es zur Bekämpfung? Es gebe nur eine Maßnahme, sagte Pircher: Das sei die rechtzeitige Entfernung des befallenen Holzes aus dem Wald. Den Befall sehe man aber erst, wenn die Nadeln des Baumes braun werden, und dann sei es schon zu spät. <BR /><BR />Es gebe im Vinschgau bis Ende 2023 rund 1000 Hektar befallene Flächen. „Das ist zu den 40.000 Hektar Wald des Forstinspektorats Schlanders prozentual nicht sehr viel“, erklärte Pircher. Aber natürlich sei der Käfer für die betroffenen Ortschaften ein großes Problem. Beispielsweise in Tschengls entstehen so Freiflächen im Wald und aufgrund des mangelnden Schutzes der Bäume könne der Boden bei Unwetter leichter ins Rutschen geraten. Dieses Jahr habe man dies an den vermehrten Muren und Steinschlägen erkennen können, die auch auf Straßen niedergehen.<BR /><BR />Was kann ansonsten getan werden, um dem Befall der Bäume vorzubeugen? „Wir forsten auf und pflanzen Mischbaumarten“, lautete Pirchers Antwort. In der Regel regeneriere sich der Wald mittels Naturverjüngung selbst. Wo es aber einen Schutzwald brauche oder die Naturverjüngung Probleme habe, werde aufgeforstet. Dabei werden verschiedene Baumarten gepflanzt, denn die Fichtenborkenkäfer greifen nur Fichten an, die Baumart, die am meisten in Südtirol vorkomme. <BR /><BR />„Gepflanzt werden stabile, resistente und klimafitte Baumarten wie beispielsweise Kirsche, Ahorn, Linde und Blumenesche“, führte der Amtsdirektor aus. Eine Mischung mehrerer Baumarten habe den Vorteil, dass Krankheiten sich weniger stark ausbreiten und die Bäume resistenter gegen den Borkenkäfer sind als in einem Reinbestand.