Offene Räume für Jugendliche in Bozen, auf denen sie ihre Freizeit gemeinsam verbringen und ihre ganze Kreativität ausleben können, sind rar. Deshalb wurde die Eröffnung eines neuen Angebotes auf einem – noch – brachliegenden Areal in der Industriezone gebührend gefeiert.<BR /><BR /><BR />Auf einem Teil des Geländes in der Lanciastraße, auf dem die Immobilienunternehmer Heinz Peter Hager und Robert Pichler das „Quartier Rombrücke“ bauen möchten, finden Jugendliche Raum, um gemeinsam abzuhängen, Leute zu treffen, ihre Freizeit zu verbringen, Musik zu machen, und ihre Kreativität auszuleben. Von einem „kleinen Stück Berlin in Bozen“ war am Dienstagabend bei der offiziellen Eröffnung der Zoona die Rede. Und tatsächlich verströmt das Areal den 1990-er-Jahre-Charme aufgelassener Industrieareale in der deutschen Hauptstadt. <BR /><BR /><BR />„Mit diesem Projekt haben junge Menschen in Bozen und Umgebung die Chance auf einen Ort, der für junge Kultur, Empowerment und Freizeitmöglichkeiten steht. Diese Chance gilt es zu nutzten, um mit allen Verantwortlichen und Besuchern zu einem Mehrwert für diese Zone und Bozen zu entwickeln“, unterstrich Florian Pallua, Koordinator der Fachstelle Jugend im Forum Prävention und Leiter von Zoona Magnifiique.<BR /><BR />„Es wird nicht alles von Anfang an reibungslos funktionieren, es wird manchmal Probleme geben, das wissen wir. Aber ich kann nur an alle appellieren: Lasst uns machen, lasst uns arbeiten“, betonte Pallua bei der Eröffnung. <h3> „Hier haben wir Platz und können uns frei bewegen“</h3><BR />Bei der Jugend selbst stößt die vom Landesamt für Jugendarbeit finanzierte Zoona auf große Zustimmung. „Hier haben wir Platz und können uns frei bewegen. Orte wie diesen findet man in der Stadt sonst nicht. Auf den Talferwiesen gibt es zwar einen Skaterpark, aber hier ist es viel besser“, betonte einer von mehreren Skatern vor Ort. Ein weiterer Jugendlicher, der „bisher sogar manchmal nach Schlanders ins BASIS“ gefahren ist, „weil dort viel angeboten wird“, zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem neuen Angebot: „Hier ist es wirklich gut.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1064040_image" /></div> Das Areal bietet den Jugendlichen viel Raum für Ideen und Initiativen – und fürs Skaten<BR /><BR />Dabei ist ungewiss, wie es mit dem Projekt weitergeht. Trotz der klaren Unterstützung des Landes (Landesrat Philipp Achammer: „Ein großes Danke an die Macher fürs Tun. Wir müssen solche Initiativen unterstützen, es gibt schon genug Leute, die bremsen.“) sowie der Gemeinde (Stadtrat Christian Battisti: „Die Stadtgemeinde Bozen möchte dieses Projekt als einen weiteren Ort für junge Menschen unterstützen.“), und trotz der Aufbruchstimmung vor Ort.<BR /><h3> Lizenz läuft vorerst nur bis Ende September</h3><BR /> Denn die Zukunft von Zoona Magnifiique ist nur bis Ende September gesichert. „Geplant ist, für den Herbst und den Winter eine Halle auf dem Areal zu nutzen. Derzeit ist aber noch unklar, ob wir von den Eigentümern, die uns Zoona Magnifiique kostenlos zur Verfügung stellen, das Einverständnis dafür erhalten und ob wir von der Gemeinde für die Nutzung der Halle als kreativen Raum die Lizenzen bis Anfang Oktober bekommen. Wir arbeiten daran. Die Zeichen sind positiv, ich glaube, dass es funktionieren wird“, betont Peter Koler, Direktor des Forum Prävention. <BR /><BR /><BR />„Derzeit läuft die Lizenz zur Nutzung bis Ende September“, bestätigte Stadtrat Christian Battisti, u.a. zuständig für das Thema Jugend, gestern. „Ich werde mit den Vertretern des Forum Prävention sprechen, um im Rahmen unserer Möglichkeiten, die Halle gehört ja Privaten, das Projekt zu unterstützen, damit es weiter offen bleiben kann. Natürlich muss die Dokumentation zur Nutzung den Ämtern vorgelegt werden. Meinerseits werde ich aber alles tun, um die Jugendlichen zu unterstützen“, so Battisti gestern, „meine Tür ist offen.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1064043_image" /></div> Heinz Peter Hager<BR /><h3> „Das ist unlogisch“</h3><BR />Das Projekt Zoona Magnifiique findet derzeit Platz auf einem kleinen Teil des 6 Hektar großen Areals des Projekts „Quartier Rombrücke“, das Südtiroler Unternehmer, darunter Heinz Peter Hager, vor einem Jahr vorgestellt haben. Entstehen sollen bis zu 1000 neue Wohnungen, samt Gastronomie-, Handels-, Büro und Freizeitflächen. Ob das Bauprojekt umgesetzt wird, ist unklar, zumal das Gelände in der Industriezone in die Lärmklasse 4 fällt. Wohnbau ist aber nur bis zur Lärmklasse 3 möglich. Bis Ende 2024 sollen die Lärmklassen vom Gemeinderat im Lärmplan auf dem gesamten Stadtgebiet festgelegt werden. <BR /><BR /><BR />„Man wird sehen. Die Gemeinde hat gegenüber diesem Areal ein Gebäude, das in die Lärmklasse 3 fällt. Hier, wenige Meter Luftlinie entfernt, gilt aber die Lärmklasse 4. Das ist unlogisch“, betonte Hager am Dienstagabend gegenüber den „Dolomiten“ anlässlich der Eröffnung von Zoona Magnifiique.<BR /><BR />„Wir haben für unser Projekt 'Quartier Rombrücke' Unterstützung von vielen Seiten erhalten, auch von Wohnbaugenossenschaften“, unterstrich Hager, „als Immobilienunternehmer wir sind es gewohnt, einen langen Atem zu haben.“ Platz für die Jugendlichen vor Ort soll aber erhalten bleiben, betonte er, „vielleicht nicht in der derzeitigen Form, aber sie werden Teil des neuen Stadtviertels sein.“