<BR />Das finanzielle Desaster hat seinen Ursprung im Kauf des neuen Sitzes der Sozialgenossenschaft in Kardaun (zwei Stockwerke in einem Neubau in der Gewerbezone). Damit hat man sich finanziell ganz offensichtlich übernommen – und der Raiffeisenverband, unter dessen Dach die Sozialgenossenschaft arbeitet, hat nach der Revision die Reißleine gezogen. Nach einer Mitteilung an das Amt für Genossenschaftswesen wurde daraufhin Richard Stampfl (u. a. Landesvorsitzender des Vereins adlatus) als Kommissar ein- und der Verwaltungsrat der Tagesmütter abgesetzt. <BR /><BR />Mit 266 Mitarbeiterinnen, die über die Kindertagesstätten der Sozialgenossenschaft rund 1000 Kinder und über klassische Tagesmüttertätigkeit weitere 400 Kinder pro Jahr betreuen, darf die Sozialgenossenschaft durchaus als systemrelevant angesehen werden. Finanzielle „Rettung“ musste also her. Die kam aus den Mitteln des Raiffeisen-Mutualitätsfonds, in den drei Prozent der Gewinne der Mitgliedsgenossenschaften einfließen. Über die Höhe des Zuschusses hält sich Stampfl bedeckt, er sei jedoch „erheblich“ gewesen. <BR /><BR />Gleichzeitig hat Stampfl der Struktur einige Korrekturen verpasst. „Wir mussten aber niemanden entlassen“, betont er. Und auch die Qualität des Dienstes habe darunter nicht gelitten. „Wir haben eine sehr hohe Kundenzufriedenheit von 90 Prozent, darauf sind wir mit Recht stolz, und das soll auch so bleiben“, berichtet Stampfl. <h3> „Mitarbeiterinnen sind mehr als nur ‚Babysitter‘“</h3>Zudem sei es mit den Rettungsmaßnahmen auch gelungen, dass sich die Sozialgenossenschaft weiterhin an Ausschreibungen beteiligen kann. <BR /><BR />Mit der Verlängerung seiner Beauftragung bis April 2027 ist Richard Stampfl mehr als zufrieden: „Ich möchte schon gerne beweisen, dass die Maßnahmen, die ich gesetzt habe, greifen“, erklärt er. Sein Job sei es im vergangenen halben Jahr gewesen, alle Kosten zu durchforsten und klare, realisierbare ökonomische Ziele im Drei-Jahres-Plan vorzugeben. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt er. <BR /><BR />Und so wurde im allgemeinen Einverständnis aller Beteiligten die Verlängerung beschlossen, die er bei der jüngsten Mitgliedervollversammlung vergangene Woche auch offiziell mitteilen konnte. Auch bei den Mitarbeitern ist man zufrieden: „Wir haben bei der jüngsten Befragung einen Mittelwert von knapp neun von zehn Punkten“, berichtet Stampfl stolz. Und so könnten die Tagesmütter weiterhin ihre wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen: „Denn unsere Mitarbeiterinnen sind mehr als nur ‚Babysitter‘, die bilden die Kleinen aus für die Zukunft“.