Mittwoch, 20. November 2019

Ein märchenhaftes 2020 mit dem zebra.Kalender

„Alle Kinder sind gleich und haben die gleichen Rechte“, an diesem Auszug aus der Kinderrechtskonvention orientiert sich mitunter auch der neue Kalender, der ab sofort von den Verkäuferinnen und Verkäufer der Straßenzeitung angeboten wird.

Das zebra. Team präsentiert den neuen zebra. Kalender.
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Das zebra. Team präsentiert den neuen zebra. Kalender. - Foto: © oew
Um besondere und gleichzeitig ganz gewöhnliche kleine Heldinnen und Helden und ihre Lieblingsgeschichten geht es im Inneren des Lesekalenders. Dafür konnte die Herausgeberin OEW-Organisation für Eine solidarische Welt die Brixner Fotokünstlerin Antonia Zennaro gewinnen, die in New Orleans lebt und die Sommermonate in Südtirol verbrachte.



D
ie Kinder, die die Künstlerin für den Kalender besucht hat, wachsen in Südtirol auf und haben sehr unterschiedliche Geschichten und Bedürfnisse. Ihre Eltern sind zum Teil aus anderen Gebieten der Erde zu uns gekommen, der Liebe wegen oder auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Dass dennoch jedes der Kinder in seinem Leben eine ganz persönliche Heldenrolle spielt, symbolisieren bunte Kronen, die die Künstlerin gemeinsam mit den Kindern gebastelt, angemalt und in den Fotoarbeiten farbig hervorgehoben hat.

Menschen und ihre Geschichten

Die Ursprungsidee der Kronenbilder entstammt dem Kunstprojekt: „Die Königin der Worte“ in Zusammenarbeit mit dem Brixner Lyriker Arno Dejaco. In den vergangenen Monaten fragte Antonia Zennaro bei verschiedenen Familien und Kindern nach, welche Geschichten und Märchen sie derzeit begleiten und hat die Eltern gebeten, diese zu erzählen. Damit möchte der Kalender der Kultur des Geschichtenerzählens nachspüren und den Leserinnen und Lesern einen kleinen Einblick darüber geben, was sich Menschen in unserem Land so erzählen.



Antonia Zennaro sagt: „Von jeder Familie, welche mir ihre Tür öffnete, habe ich eine Weisheit, einen kleinen Spiegel der Gesellschaft, ein Stück wertvoller Erinnerung, einen positiven Einblick in die Eigenheit und Lebensweise auch von jenen Ländern bekommen, von denen wir hier in Europa oft nur negative Nachrichten hören.“



In den Geschichten geht es um Mut, Menschlichkeit, Nächstenliebe, Fairness und Demut. Da sind die zerstrittenen Geschwister, die erfahren, dass sie nur gemeinsam etwas weiterbringen können. Da ist das Königskind, das auf der Flucht vor dem Feind bei einem guten Bauern unterkommt. Da ist die Prinzessin, die allzu leichtsinnig ein Versprechen gibt. Da ist der feige Hirsedieb, dem die Tiere der Steppe durch eine List auf die Schliche kommen.

Themen und Menschen, die sonst kaum Beachtung finden

Redaktionsleiterin Lisa Frei sagt: „So unterschiedlich die phantasievollen Geschichten auf den ersten Blick auch erscheinen, so liegen ihnen doch die gleichen, gemeinsamen Werte zugrunde, die uns als Menschen überall auf der Welt wichtig sind und uns menschlich machen. Für diese Werte steht einmal mehr auch das Projekt Straßenzeitung.“

Die Straßenzeitung zebra. der OEW-Organisation für Eine solidarische Welt ist zu einer Plattform für besondere Themen und Menschen geworden, die kaum Beachtung in den Medien finden. Das neue Jahr steht bevor und auch 2020 sollen vielfältige Begegnungen und Geschichten im Zentrum des Sozialprojekts stehen. Bereits zum vierten Mal wird gegen Jahresende wieder der zebra.Lesekalender angeboten.



Die mehr als 60 Männer und Frauen in schwierigen Lebenssituationen bringen ihn ab sofort auf die Straße und zu den Menschen. Der Kalender kostet 5 Euro: 2,50 Euro bleiben den Verkäufern, 2,50 Euro fließen in die Produktion. Das Sozialprojekt zebra. bietet Menschen, die nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Tätigkeit, eine kleine Verdienstmöglichkeit.

Längerfristig ersetzt der Straßenverkauf jedoch keine feste Anstellung, sondern will ein Türöffner sein. Der Verkauf des Kalenders dient den Verkäufern als Überbrückung der Pause, die aufgrund der kommenden zebra. Doppelnummer für Dezember und Jänner entsteht. Der Kalender ist zweisprachig und kann als Tischkalender sowie als Wandkalender verwendet werden.


Allgemeine Informationen zu zebra.

Seit 2014 gibt die oew-Organisation für Eine solidarische Welt aus Brixen zebra. heraus. Die aktuelle Ausgabe wird von rund 60 Verkäuferinnen und Verkäufern angeboten. Sie kommen ursprünglich aus 17 verschiedenen Nationen und sind bei der oew registriert und an ihren violetten zebra.Ausweisen erkennbar.

Tag für Tag sind sie in ganz Südtirol unterwegs und verkaufen die Zeitung zum Preis von 3 Euro. Davon geht 1,50 Euro in die Produktion, 1,50 Euro bleibt ihnen. Die Inhalte der Zeitung werden von engagierten ein- und zweiheimischen Freiwilligen erarbeitet und lenken den Blick auf gute Nachrichten, auf ermutigende Geschichten, auf kleine Taten mit großer Wirkung, auf besondere Menschen in und aus Südtirol. Einmal jährlich erschein der zebra.Lesekalender.

Der Verkauf der Straßenzeitung bietet Menschen, die es schwer im Leben und kaum Zugang zum Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Tätigkeit und eine kleine Verdienstmöglichkeit auf Augenhöhe. Diese Menschen betteln nicht, sondern bieten ein Produkt an, das ihnen Zugang zur Südtiroler Lebens- und Arbeitsrealität, Selbstvertrauen, Anerkennung und Würde ermöglicht. Seit 2017 bietet das Projekt zebra.Support schnelle und unkomplizierte Hilfe für Menschen in Notsituationen. Langjährigen Verkäuferinnen und Verkäufern wird durch Fortbildungen und intensive Begleitung der Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert.

Das Projekt kann durch eine Spende auf das oew-Spendenkonto bei der Raiffeisenkasse Südtirol unterstützt werden:

IBAN: IT 68 S 08307 58221 000300004707
Überweisungsgrund: „zebra.Support“

stol