Zwar schießt das Land Geld zu, „doch das deckt die Mehrkosten nicht zur Gänze“, erklärt Martina Ladurner, Präsidentin des Verbandes der Südtiroler Seniorenwohnheime VdS. <BR /><BR />Durch den neuen Tarifabschluss erhöhen sich die Personalkosten für Südtirols Heime allein durch die strukturelle Lohnerhöhung um 24 Millionen Euro pro Jahr. Nimmt man die Una- tantum-Zahlungen, höhere Turnuszulagen und die Mehrkosten durch die Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden hinzu, sind es sogar 35 Millionen Euro. <BR /><BR />Den Löwenanteil davon gleicht das Land über höhere Einheits- und Zusatzbeträge für die Heime aus. Allerdings müssen Südtirols Seniorenwohnheime bzw. die Heimbewohner über die Heimkosten einen Anteil selber stemmen – gestaffelt für den Planungszeitraum 2025 bis 2027 sind dies für heuer 6,75 Millionen Euro, für nächstes Jahr 11,8 Millionen Euro und für 2027 rund 15,2 Millionen Euro.<h3> Mittelstand wird am meisten von höheren Kosten spüren</h3>„Rechnerisch sind dies heuer vier Euro pro Tag und Bett, im Jahr 2026 zusätzliche drei Euro und im Jahr 2027 weitere zwei Euro. Insgesamt also bis 2027 pro Tag und Bett neun Euro“, erklärt Martina Ladurner. Aufgerechnet auf einen Monat sind dies rechnerisch für heuer 120 Euro im Monat, für 2026 210 Euro und ab 2027 270 Euro. <BR /><BR />„Rechnerisch“, denn „einige Heime haben auch zusätzliche Einnahmen, mit denen sie die Differenz für die stationäre Pflege verrechnen können. Andererseits kommen durch steigende Preise auch noch weitere Mehrkosten hinzu“, erklärt Direktor Oswald Mair. Ob und in welchem Ausmaß aufgeschlagen wird, entscheidet daher jedes Heim entsprechend seiner finanziellen Lage selbst. Für heuer waren es jedenfalls laut VdS im Mittel 3,65 Euro pro Tag und Bett. <BR /><BR />Kann ein Heimbewohner mit seiner Rente die monatlichen Heimkosten nicht stemmen, dann kommen Ehepartner und/oder Kinder zum Handkuss. Ist deren Einkommen zu niedrig, springt die Gemeinde ein. Sozial schwächere Familien werden also von den höheren Heimkosten nichts spüren, der viel zitierte Mittelstand schon. <h3> Verband begrüßt Lohnerhöhungen für Pflegepersonal</h3>Mair betont in diesem Zusammenhang, dass der Verband den Tarifabschluss und damit die Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal sehr begrüße: „Sie verdienen sich jeden Euro.“ Andererseits müsse man kostendeckend arbeiten und daher den Fehlbetrag über die Heimgebühren einheben. <BR /><BR />Eine zusätzliche Finanzierungsschiene sieht das Land für die duale Ausbildung vor. „Jene Seniorenwohnheime bekommen eine finanzielle Unterstützung, die Pflegehelferinnen bzw. Sozialbetreuerinnen über den Personalschlüsseln hinaus ausbilden. Diese Mehrkosten brauchen deshalb nicht über die Tagessätze, d. h. weder über den Einheitsbetrag von Seiten des Landes noch über den Grundtarif von Seiten der Heimbewohnerinnen finanziert werden“, betont Ladurner.