Fachleute erklären, dass sich auf Schloss Andraz das älteste bekannte gnomonische Loch befindet: Es besteht aus einer Öffnung in einer Mauer, durch die das Sonnenlicht eindringt, dieser Strahl kann für astronomische Messungen (z.B. Zeitmessung) genützt werden. Auf Schloss Andraz tat dies ein genialer Brixner Bischof. <BR /><BR />Genau zur Wintersonnenwende kann man auf der Burg in Buchenstein beobachten, wie das Sonnenlicht durch das Loch in den dicken Mauern des Schlosses fällt. Hier stellte in der Mitte des 15. Jahrhunderts auch Kardinal Nikolaus von Kues (1401-1464), auch bekannt als „Cusanus“, seine Studien an – und zwar 100 Jahre vor der Reform des Gregorianischen Kalenders durch Papst Gregor XIII. im Jahr 1582. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="975826_image" /></div> <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="975829_image" /></div> <BR /><BR />Im 15. Jahrhundert wurde festgestellt, dass der bis dahin verwendete römische Kalender jedes Jahr etwa 11 Minuten „verlor“, was im Laufe der Jahrhunderte zu einer Zeitverschiebung von 10 Tagen geführt hatte. Um den Termin von Ostern und anderer religiöser Feste richtig zu berechnen, war vor allem die Kirche an einem exakten Kalender interessiert. <BR /><BR />Cusanus, der nicht nur Geistlicher, sondern auch ein geschätzter Mathematiker war, untersuchte die Projektion und die Verschiebung des Sonnenstrahls an der Wand eines Raums im Schloss, der nur während dieser Wochen durch das Loch eintrat; dabei gelang es ihm, wie es scheint, den Rahmen für den neuen Kalender zu finden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="975832_image" /></div> <BR /><BR />Giuseppe De Donà, der Präsident des italienischen Astronomenverbandes, hat bei seinen Studien herausgefunden, dass das Loch in Andraz das älteste bekannte gnomonische Loch ist. <BR /><BR />Die geführten Besichtigungen, die im Voraus gebucht werden müssen, finden – je nach Wetterlage – am 23., 28., 29. und 30. Dezember sowie am 2., 4. und 6. Januar von 13 bis 15 Uhr statt. <BR /><BR /><BR />Im Sommer haben 6500 Gäste die Veranstaltungen auf Schloss Andraz besucht. Informationen unter Tel. 334/3346680 oder Mail info@castellodiandraz.it<BR />