Gemeinden begründen die Maßnahmen mit dem Schutz des Anstands und behaupten, sie wollten die Schäden durch Massentourismus eindämmen. Kritiker hingegen sprechen von einer Verwandlung der Orte in „Postkartenkulissen“ ohne echtes Leben. Folgendes ist im Italienurlaub zu beachten:<BR /><BR />Seit Jahren gibt es in vielen Orten Verbote, in Badebekleidung durch Stadtzentren zu laufen. Neu ist die zunehmende Verschärfung der Strafen. In süditalienischen Badeorten wie Eraclea, Favignana, Levanzo, Marettimo und San Vito Lo Capo wurden entsprechende Verordnungen erneuert – Verstöße können bis zu 150 Euro kosten. In beliebten Touristenorten wie Tropea, Scalea und Gallipoli steigen die Strafen sogar auf bis zu 500 Euro. Das Verbot gilt dort nicht nur für Straßen und Plätze, sondern teils auch für Parks, Gärten und öffentliche Verkehrsmittel. <BR /><BR />Zwar gibt es bislang kein generelles Verbot von Oben-ohne-Baden, doch einzelne Fälle sorgen weiterhin für Diskussionen: In Cividale del Friuli wurde eine 55-jährige Brasilianerin wegen ihres Monokini-Sonnenbades nahe des Natisone-Flusses mit einer Geldstrafe von 100 Euro belegt.<BR /><BR />Auch bei größter Hitze bleiben entblößte Schultern und Knie in der größten Kirche der Christenheit verpönt. Am Eingang des Petersdoms in Rom erhalten Besucher in Spaghettitop, Ultraminirock, kurzen Hosen oder knappen Shirts große weiße Tücher, mit denen sie sich in der Basilika bedecken können. So sieht man derzeit Schwärme von weiß eingehüllten Menschen an den Kunstwerken von Gian Lorenzo Bernini und Michelangelo vorbeiziehen. An den Ausgängen und Treppen der Papstbasilika stehen Wäschecontainer zur Rückgabe bereit.<BR /><BR />Streng sind die Regeln auch in der ligurischen Nobelortschaft Portofino. Dort ist nicht nur Bademode im Ortszentrum untersagt, sondern auch das Essen von Sandwiches auf Bänken oder das Trinken von Bier im Freien. Speisen und Getränke dürfen nur in Bars oder Restaurants verzehrt werden. Außerdem ist es verboten, sich auf den Boden, Mauern oder Bänke zu setzen oder längere Zeit an Aussichtspunkten zu verweilen. Auch Betteln ist im historischen Zentrum komplett untersagt. In stark frequentierten Bereichen gelten zusätzlich sogenannte „rote Zonen“ mit zeitlichen Aufenthaltsbeschränkun- gen, um die Touristenströme zu regulieren.<BR /><BR />Auch am Comer See wurden strenge Regeln eingeführt. In Varenna ist es verboten, außerhalb der Strände in Badebekleidung, barfuß oder leicht bekleidet durch den Ort zu laufen – Strafen können bis zu 400 Euro betragen. Reisegruppen dürfen maximal 25 Personen umfassen, Lautsprecher sind untersagt, und die Gruppen dürfen den Fußgängerverkehr nicht behindern.<BR /><BR />Die Regeln betreffen nicht nur Touristen. In Tropea in Kalabrien müssen Einwohner ihre Gärten, unbebaute Grundstücke und Fassaden regelmäßig pflegen und von Unkraut, Müll und Verwahrlosung befreien. In Pordenone ist es zudem verboten, leere Ladenlokale in unordentlichem Zustand zu belassen oder Schaufenster als Abstellflächen zu nutzen.