Freitag, 13. Dezember 2019

Explosion in Plattenbau in Sachsen-Anhalt fordert Todesopfer

Bei einer Gasexplosion in einem Plattenbau in Blankenburg im Harz in Sachsen-Anhalt ist am Freitag ein 78 Jahre alter Mann getötet worden. Seine Ehefrau erlitt schwere Verletzungen, dazu gab es 14 weitere Menschen mit mittleren und leichten Verletzungen. Womöglich kam es durch einen fehlerhaften Einsatz von trotz eines Fernwärmeanschlusses genutzten Gasheizungen zu der Explosion.

Der Getötete konnte noch nicht geborgen werden. - Foto: © AP / Matthias Bein

Den Einsatzkräften vor Ort bot sich nach den Worten des Blankenburger Bürgermeisters Heiko Breithaupt „ein Bild der Verwüstung“. In dem Haus sind 50 Bewohner gemeldet. Neben den Verletzten brachten die Rettungskräfte auch die weiteren Hausbewohner in Sicherheit.

Zunächst war die Polizei von mindestens 25 Verletzten ausgegangen. Laut Bürgermeister Breithaupt wurde ein Bewohner mittelschwer verletzt, neun weitere leicht. Dazu kamen bei den Verletzten vier Polizisten, die bei dem Einsatz Rauchgasvergiftungen erlitten.

Laut Polizei sind in dem Haus alle Wohnungen ans Fernwärmenetz angeschlossen. Einen Bedarf, die Wohnung mit selbst aufgestellten Instrumenten zu heizen, habe es nicht gegeben. Selbst für den Fall, dass Mieter ihre Rechnungen nicht bezahlen, gebe es eine durchgehende Versorgung mit der Fernwärme. Die Ermittler erklärten, es könne möglich sein, dass Mieter durch eigene Gasgeräte Kosten sparen wollten, weil ihnen die Fernwärme zu teuer gewesen sei.

Die Situation am Unglücksort blieb zunächst unübersichtlich. Der Getötete konnte auch Stunden nach der Explosion nicht geborgen werden, es könne sich nur Meter für Meter in dem schwer beschädigten Gebäude fortbewegt werden. Die Polizei korrigierte eigene Angaben, wonach sich in der Wohnung auch Weltkriegsmunition befand. Dies habe sich nicht bestätigt.

Das Technische Hilfswerk sollte die Statik des Hauses prüfen, um zu klären, welche Wohnungen weiter genutzt werden können. Sämtliche Hausbewohner mussten zunächst in Sicherheit gebracht werden. Bis auf eine Familie fanden alle bei Angehörigen Unterschlupf - die Familie sollte in eine Notunterkunft kommen.

Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Ein benachbarter Kindergarten wurde vorsichtshalber evakuiert, die Kinder blieben unverletzt und konnten von den Eltern abgeholt werden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich bestürzt über das Unglück. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und bei ihren Angehörigen, ich spreche ihnen mein Mitgefühl aus“, erklärte er.

dpa