Freitag, 27. August 2021

„Ein unbeschwertes Leben für Kinder“

Jene, die sich nicht impfen lassen wollen und drohende Schulschließungen beschäftigen die „Dolomiten“-Leser, die ihre Gedanken an die Redaktion geschickt haben.

Am 6. September drücken Südtirols Schülerinnen und Schüler wieder die Schulbank.
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Am 6. September drücken Südtirols Schülerinnen und Schüler wieder die Schulbank. - Foto: © APA (dpa) / Uli Deck
Die Kinder von Sara Ladurner aus Lana besuchen heuer die 1. Klasse Grundschule, die 1. Klasse Berufsfachschule für Pflege und Soziales und die 3. Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums. „Meine älteren Kinder sind geimpft, dennoch haben sie Angst, in den Fernunterricht zu müssen. Bei der Kleinsten sorge ich mich, wie ich es als Alleinerziehende schaffe, evtl. Homeschooling und Arbeit zu vereinbaren. Die Größte hat nicht ein Schuljahr der Oberschule vollständig besucht“, schreibt sie. Sie habe Angst, dass die Schule im Notfall trotz der Impfungen als erstes geschlossen werde. „Ich verstehe auch nicht, wieso ich im Kino und Restaurant vollbesetzt ohne Maske am Tisch sitzen darf, in der Schule mit der Hälfte der getesteten, bzw. geimpften Klasse aber nicht.“ Es sei bisher für sie nur dank der größeren Kinder und dank Notbetreuung – weil in systemrelevanten Beruf – möglich gewesen, die letzten Monate zu schaukeln. Lösungen seien immer erst sehr spät gekommen.

Katrin Oberleiter wünscht sich, dass die Entscheidung von jedem einzelnen in Sachen Impfung akzeptiert werde. Und weiter: „Ich wünsche mir, dass meine Kids ohne Maske in der Klasse sitzen können. Ich wünsche mir generell mehr Respekt im Umgang miteinander.“

Klaus Obkircher aus Lana – sein ältester Sohn besucht die 5. Klasse Grundschule, die beiden Jüngeren den Kindergarten – findet es „bedauerlich mitzuerleben, wie viele Menschen sich weigern, sich impfen zu lassen“. Viren habe es immer schon gegeben und werde es weiter geben. Ein Beispiel seien die Masern. „Heutzutage als Kinderkrankheit belächelt, kann man sich kaum vorstellen, wie viele Menschen dieser Krankheit zum Opfer gefallen sind. Doch Schutz bietet nur eine Impfung. Genauso ist es mit Corona. Je länger man mit der Impfung wartet, desto länger wird es Quarantänemaßnahmen geben“, schreibt Obkircher. Mit 2 kleinen Piks, der er selbst nicht mal gespürt habe, könne man das selbst verhindern. Sein Sohn habe gerade einmal 7 Tage „normalen“ Kindergarten genossen, „denn als er sich endlich eingelebt hatte, ging alles zu. Ermöglichen wir den Kindern doch ein unbeschwertes Leben und lassen wir sie wieder diese schöne Erinnerungen fürs Leben sammeln“, meint Obkircher.

Gedanken über eine mögliche Impfpflicht macht sich Herta Höller. Jeder solle selbst entscheiden können, was er für gut und richtig halte. Sie findet, in der Schule sollte mit den Nasenflügeltests weitergemacht werden wie im vergangenen Schuljahr.

Die größte Befürchtung von Birgit Klammer ist, „dass Bildungsmitarbeiter auf unsere Kinder losgelassen werden, für die solidarisches Verhalten kein Thema ist, die resistent gegenüber jeglicher wissenschaftlicher Aufklärung sind oder sich aus reiner Sturheit nicht impfen lassen und somit nicht zur Problemlösung beitragen wollen, dass Lehrpersonen womöglich ihre Position missbrauchen, um ihren Schülern abstruse Verschwörungstheorien aufzudrängen“. All das sei „eine Horrorvorstellung, gar nicht auszudenken, was für negative Folgen dies auf die gesamte Gesellschaft haben könnte.“ Sie hofft, die Politik könne und werde Maßnahmen setzen, um das zu vermeiden.

Mit welchen Gedanken gehen Sie ins neue Schuljahr, welche Wünsche, welche Befürchtungen hegen Sie?

Schreiben Sie in einem Mail, was Sie bewegt – an [email protected] - Betreff „Schulbeginn“.

dol