Viel Staub aufgewirbelt hat die Ankündigung, dass der Vinschger Zug ab Februar wegen Testfahrten über Monate nicht regulär verkehren wird. Nach diesen Unannehmlichkeiten werden die Vinschger aber einen sozusagen „europäischen“ Zug erhalten.<BR /><BR />Die Meldung vom Stopp der Vinschger Bahn ab Mitte Februar auf (zuerst) der Strecke Mals-Laas wegen der Testfahrten für die neuen E-Garnituren und die neuen elektrischen Anlagen hat für allerhand Unsicherheiten gesorgt. <BR /><BR />Das wurde auch bei einer Veranstaltung des Südtiroler Wirtschaftsringes (SWR) in Tschengls deutlich. Bei der „Drehscheibe Mobilität“ ging es um die Frage, was Wirtschaft braucht und Landesrat Alfreider sollte darauf Antworten geben – bezogen natürlich auf sein Ressort Mobilität.<h3> Die Wirtschaft braucht funktionierende Verkehrswege</h3>Die Begrüßung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatte SWR-Bezirkspräsidentin Rita Egger übernommen, auch SWR-Präsident Sandro Pellegrini und Geschäftsführer Roman Fuchs waren nach Tschengls in das dortige Betriebsgebäude Holzbau Blaas gekommen. Die 3 Funktionäre betonten, dass die Wirtschaft verlässliche Ansprechpartner in der Politik brauche – und gute Mobilität. In diesem Sinne kam viel Sorge auf wegen der Luegbrücke-Beeinträchtigungen auf der Autobahn bzw. wegen des zu befürchtenden Umwegverkehrs durch den Vinschgau oder was den Bau der Straßengalerie im Bereich Finstermünz samt Behinderungen für den Schwerverkehr betrifft.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101174_image" /></div> <BR />Daniel Alfreider kritisierte in diesem Zusammenhang die Zuständigen im Bundesland Tirol, denn diese zeigten nicht die nötige Sensibilität für die Anliegen ihrer Nachbarn. Außerdem sei rund um die Arbeiten zu wenig miteinander gesprochen worden. Besonders ins Zeug legte sich der Landesrat, um den geplanten Stopp der Vinschger Bahn – abschnittsweise von Februar 2025 bis März 2026 – zu erklären.<h3> Der Elektrozug ist eine komplexe Sache</h3>Die Sache sei technisch und rechtlich sehr komplex, denn der heutige Diesel-Zug sei rein offiziell gesehen so gut wie nicht existent – er sei eine isolierte Strecke. Man müsse und wolle die Linie nun in das europäische Zugnetz eingliedern – und das heiße, sämtliche Teile wie die Züge an sich, aber auch die gesamte neue Technik ausgiebig testen und behördlich zulassen zu müssen. Dies sei eine „harte Meldung“ für die Vinschger und Vinschgerinnen gewesen, der Aufwand sei aber notwendig. Nach Abschluss der Arbeiten habe man dann einen neuen und modernen Zug, der direkt nach Bozen und darüber hinaus fahren könne. Man werde nun alles tun, um Fristen einzuhalten bzw. das Ganze möglichst schnell auszuführen.<h3> Expresszüge sind möglich, aber noch nicht geplant</h3>Alfreider betonte, dass das Land gute Zugverbindungen wolle im ganzen Land. Daher wurde auch über schnelle Züge gesprochen im Vinschgau, welche nur möglich sein werden, wenn Expresszüge eingeführt werden. Dies sei ein weiterer Schritt, derzeit sei hier noch nichts fix geplant. <BR /><BR />Von Seiten der Tourismusvertretungen wurde kritisiert, dass Meldungen vom Zugstopp nicht früher mitgeteilt wurden. Man hänge vom Zug ab, für die Gäste sei er ebenfalls sehr wichtig. Nun sei es nötig, gezielte Informationen zu erteilen.<BR /><BR />Weitere Themen des Abends waren z. B. die Arbeiten zur Errichtung der Steinschlagschutzgalerie Latschander (Ausschreibung 2026 geplant) und der Lawinenschutzgalerie Vernagt (Baubeginn Sommer 2025).<BR /><BR />Die Laaser Bürgermeisterin Verena Tröger sagte, dass angesichts der Zugbehinderungen und geplanten Bauten in der Latschander oder auch beim Kreisverkehr Partschins Jahre auf den Vinschgau zukämen, die verkehrstechnisch „nicht einfach“ seien. Sie hoffte, dass alle Arbeiten gut ablaufen und dass man gut und verständnisvoll zusammenarbeite.<h3> Anschluss an Österreich oder die Schweiz? Noch ist nix fix</h3>Apropos Zug: Was mögliche Anbindungen am Mals ins Ausland betrifft, gibt es noch nichts zu vermelden – geologische Studien seien z. B. noch zu machen. Bei der Planung für eine mögliche Umfahrung im Obervinschgau heißt es ebenfalls „bitte warten“. Dort müssten noch alle vorhandenen Daten gesammelt werden und müsse Grundkonsens unter den Gemeinden herrschen. Dann erst könne eine Studie gemacht werden.