Freitag, 18. März 2016

Ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein - es ist Super-Dad!

Pünktlich zum Vatertag steht beim Arbeitsförderungsinstitut AFI auch in diesem Jahr wieder die Vaterrolle auf dem Prüfstand, diesmal unter dem Titel „Super-Dad: Wie Väter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meistern”. Darin zeigt das AFI auf, dass es immer mehr Väter gibt, die sich bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder aktiv einbringen wollen.

Immer mehr Väter wünschen sich die Möglichkeit einer Elternzeit.
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Immer mehr Väter wünschen sich die Möglichkeit einer Elternzeit. - Foto: © shutterstock

“Es ist bereits unsere zweite Tagung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf von Vätern”, freut sich Silvia Vogliotti, die Vizedirektorin des AFI.

“Immer mehr Väter wollen sich bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder aktiv einbringen“. Damit auch Väter Arbeit und Elternsein meistern können, brauche es geeignete Maßnahmen, so Vogliotti. “Die Väter-Tagung des AFI hat zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen geführt, woraus die Forderung entstanden ist, dass Väter, die sich für die Elternzeit eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit nehmen, Landesbeiträge bekommen sollten“, berichtet AFI-Präsident Toni Serafini im Rückblick auf den 19. März des Vorjahres. Er wünscht sich, dass auch die Väter-Tagung 2016 weiter zur Wende der Vater-Rolle in der Arbeitswelt beitrage.

Vorbild Deutschland: 70 Prozent wollen "aktive Väter" sein

Im ersten Vortrag der Tagung ging es um die Entwicklung in Deutschland. Aus den Dossier des bundesdeutschen Familienministeriums „Väter und Familie. Erste Bilanz einer neuen Dynamik” gehe hervor, dass sich 70 Prozent der Väter mit der Rolle des “aktiven Vaters” identifizieren.

Acht von zehn Vätern wünschten sich, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. „Wenn 69 Prozent der deutschen Unternehmen Lösungen auf Maß für die Elternzeit von Vätern anbieten, dann lässt das sehr stark hoffen“, findet Silvia Vogliotti – auch wenn es nach der Feststellung des Ministeriums allgemein noch an Akzeptanz für voll in der Familie beschäftigte Väter fehle.

In Südtirol noch Luft nach oben

Aus Mailand war Maria Letizia Bosoni, Soziologin an der Universität “Cattolica”, angereist, um Fallbeispiele zur Väter-Elternzeit von Firmen und Organisationen hierzulande vorzustellen.

In der Bozner Firma ProMinent Italiana S.r.l seien drei Viertel der 48 Mitarbeiter Männer, wusste Fabrizio Crestani, Leiter IT und Labor, im dritten Vortrag des Tages zu berichten. Er stellte die Praxis seines Unternehmens in Sachen Väter-Elternzeit vor.

Es gebe einen einmaligen Geldbeitrag bei Geburt des Kindes, Gleitarbeitszeit, Urlaubsplanung, die der Familie entgegenkomme, drei voll entlohnte Freitage, wenn ein krankes Kind gepflegt werden müsse sowie die Möglichkeit, teilweise von Zuhause aus zu arbeiten, solange die Kinder klein seien. Anschließend unterstrich Franca Toffol, die Vizepräsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit, den Wert der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung in Richtung „Neue Väter“.

„Von den Unternehmen in Südtirol, die das Audit Familie und Beruf gemacht haben, haben 35 Prozent mindestens eine spezifische Maßnahme für die Elternzeit von Vätern gesetzt. Diese guten Praktiken verdienen es unbedingt, wertgeschätzt und bekannt gemacht zu werden“, schloss Vogliotti.

Im Video: "Man sollte auch mal von 'Super-Müttern' sprechen"

stol

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