Die Schrägbahn in Laas könne getrost als „technisches Weltwunder“ bezeichnet werden, da es sich um eine weltweit einzigartige Einzelanfertigung in unvergleichlicher Umgebung handle – sie sei zudem ab 1930 über Jahrzehnte in unverändertem Originalzustand betrieben worden. Das schreibt der Tourismusverein Schlanders-Laas auf seiner Internetseite, ergänzt jedoch, dass die weitere Erhaltung der Anlage gefährdet sei.<BR /><BR />Dass das in der Tat so ist, wird jedem klar, der einen Blick auf die weitum sichtbare Bahntrasse wirft – solange das noch möglich ist, denn die Trasse wird Stück für Stück von Natur überwuchert, teils ist sie schon nicht mehr zu erkennen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1346796_image" /></div> <BR /><BR />Diesen Umstand beklagte Direktorin Wittfrida Mitterer vom Kuratorium Technische Kulturgüter unlängst auch in einem Leserbrief in der Sonntagszeitung „Zett“. Die Transportanlagen seien ab 1927 in nur zwei Jahren errichtet worden, es handle sich um ein „geniales Mobilitätssystem“. Das Industriedenkmal sei einzigartig und müsse schnell vor weiterem Verfall geschützt werden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1346799_image" /></div> <BR /><BR />Warum geschieht das also nicht? Diese Frage kann <b>Oswald Angerer</b> (im Bild) beantworten, denn er ist Präsident der Laaser Fraktionsverwaltung, welche die Eigentümerin der historischen Schrägbahn ist.<BR /><BR />Angerer erinnert zuallererst daran, dass der aktuelle Konzessionsvertrag mit dem Marmorunternehmen Lasa Marmo noch bis Ende Dezember 2033 läuft – und darin sei auch die Nutzung der Transportstrukturen inklusive Schrägbahn enthalten. Im übrigen sei Lasa Marmo in der Vergangenheit auch schon einmal Eigentümerin der Schrägbahn gewesen, im Zuge einer Vertragsverlängerung sei das Eigentum dann an die Fraktionsverwaltung übertragen worden. Wie Angerer betont, sei dann auch die gemeinsame Nutzung der Anlagen von allen Bruchbe-treibern an der Jennwand als Ziel ausgegeben worden.<BR /><BR />Daraus ist dann nichts geworden, der Betrieb der Schrägbahn sei von Lasa Marmo vor einigen Jahren endgültig eingestellt worden. Als Gründe seien Sicherheitsbedenken genannt worden. Seit damals wird – die Laaserinnen und Laaser wissen es bestens – der Marmor über die Straße zu Tal gebracht.<BR /><BR />Der Fraktionschef ist sich darüber im Klaren, dass Handlungsbedarf besteht. „Wir möchten die technischen Anlagen natürlich erhalten“, unterstreicht er und sagt, dass es sich immerhin um ein Wahrzeichen der Ortschaft handle. Daher denkt er an die Konservierung der Anlagen, damit zumindest der weitere Verfall gestoppt werden kann. Ganz so ohne weiteres gehe das aber nicht – Stichwort Vertragsrecht. Man sei dabei, den Vertrag zu überprüfen und zu schauen, wer welche Maßnahmen setzen muss bzw. darf. Das alles sei Gegenstand von laufenden Verhandlungen. <BR /><BR />Was die oft genannte touristische Nutzung bzw. Personennutzung betrifft, zeigt sich Angerer als kein allzugroßer Freund davon. Das würde einerseits eine aufwändige Sanierung der Schrägbahn mit sich bringen, andererseits müssten alle Anlagen der gesamten Transportstrecke gewartet bzw. auch ausgebaut werden. Ob man das in Laas wolle – samt möglichen Tausenden von Touristen – stehe auf einem anderen Blatt.