Zu seinem 50-jährigen Bestehen hat das Biologische Labor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz am Donnerstag in Leifers seine Türen geöffnet. Von 14 bis 18 Uhr konnten Interessiert die Arbeit jener Menschen kennenlernen, die seit einem halben Jahrhundert den Zustand von Wasser, Luft, Boden und Lebensmitteln in Südtirol untersuchen. Im Garten des Landeslabors waren sieben Stände mit unterschiedlichen Themenbereichen aufgebaut.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315686_image" /></div> <BR /><BR />„Wir erkennen oft Ausbrüche und Entwicklungen von Krankheiten, lange bevor sie sichtbar werden“, erklärt ein Mitarbeiter am Stand zur Epidemiologie des Abwassers. Neben ihm zeigen Diagramme und Proben, wie Umweltbelastungen und Krankheitserreger im Wasser überwacht werden können. Ein Besucher erinnert sich direkt an die Corona-Pandemie. Zu dieser Zeit bekam das Abwasser-Monitoring eine besonders große Bedeutung. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315689_image" /></div> <h3> <h3> Zweimal wöchentlich wird das Abwasser getestet</h3></h3>Seit September 2021 untersuchen die Mitarbeiter des Biologischen Labors die Anwesenheit von SARS-CoV-2 im kommunalen Abwasser. Hierzu werden zweimal wöchentlich Proben aus neun Kläranlagen analysiert. Auch auf Influenzaviren und Antibiotikaresistenz wird das Abwasser überprüft. Das ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Krankheitsausbrüchen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315692_image" /></div> <BR /><BR /> „Auf den Salatpflanzen in meinem Garten sind unzählige Tigermückeneier, was kann ich dagegen tun?“, fragt eine Besucherin verzweifelt beim Stand zur Tigermücke. Die Mitarbeiterin gibt Tipps: möglichst von unten gießen und stehendes Wasser vermeiden. Dieses sei nämlich der perfekte Nährboden für die kleinen Plagegeister. Im Laufe ihres Lebens legt eine Tigermücke etwa 300 Eier. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315695_image" /></div> <BR /><BR />Sie lebt etwa einen Monat. Doch keine Sorge, nicht alle stechen – nur die Weibchen. Das tun sie jedoch im Gegensatz zur heimischen Stechmücke, die nur nachts tätig wird, rund um die Uhr. „Was machen dann die Männchen?“, fragt eine Besucherin verwundert. Die Männchen ernähren sich ausschließlich von Blütennektar und Pflanzensäften.<h3><h3> Tigermücke erstmals 1990 in Italien nachgewiesen</h3> </h3> <?O_Zwischentitel><?_O_Zwischentitel>Seit 2013 überwacht das Biologische Labor die Population der Tigermücke in Südtirol. Im Jahr 1990 wurde sie erstmals in Italien nachgewiesen. „Damals gelangte sie vermutlich über aus Asien importierte Autoreifen nach Europa. In den Reifen sammelte sich Wasser, in dem die Insekten ihre Eier ablegten. Daraus schlüpften die Larven, wodurch sich die Tigermücke schließlich auch bei uns verbreiten konnte“, erklärt die Mitarbeiterin.<BR /><BR />Gegründet vor 50 Jahren dank des Einsatzes der Naturwissenschaftlerin Ina Schenk ist das Biologische Labor heute in vielen Bereichen der Umweltanalysen unverzichtbar. „Unsere Kernmission ist in all den Jahren dieselbe geblieben: Umweltparameter zu erheben, bei Verschlechterungen konkrete Maßnahmen zu setzen und diese wissenschaftlich zu begleiten“, sagt die Direktorin Alberta Stenico. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Aufgabenbereiche kontinuierlich erweitert und gesetzlich verankert. Damit wuchs auch das Mitarbeiterteam, das mittlerweile 27 hochspezialisierte Fachkräfte zählt.<BR /><h3> <h3> Kalter April führte zu wenig Birkenpollen</h3></h3>Auch die Pollen werden vom Labor in Südtirol überwacht. Allergiker konnten sich heuer freuen: Aufgrund des kalten Aprils gab es besonders wenige Birkenpollen. „Mir ist schon aufgefallen, dass ich in diesem Jahr weniger Probleme mit meiner Birkenpollenallergie hatte. Nun weiß ich sogar warum“, freute sich Umweltlandesrat Peter Brunner. Messstationen gibt es in Bozen, Schlanders und Bruneck. Einmal in der Woche werden die Proben entnommen und analysiert. So können die Mitarbeitenden einen Kalender erstellen und Bilanz ziehen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315698_image" /></div> <BR /><BR />„Was für ein martialisches Gerät!“, ruft ein Besucher erschrocken beim Anblick jenes Werkzeugs aus, das zur Untersuchung des Gewässerbodens eingesetzt wird. Es erinnert an einen gewaltigen Greifer, der zuschnappt, sobald oben das Gewicht ausgelöst wird. Im Inneren sammelt sich anschließend das Sediment, das später analysiert wird.<BR /><BR />Die stehenden Gewässer sind in Südtirol unter ständiger Beobachtung. Dabei werden verschiedene Werte überprüft: pH-Wert, Sauerstoff, Chlorophyll und die Temperatur. Einmal in der Woche wird aus einem der 20 Hauptseen in Südtirol eine Probe entnommen.