Dabei spielen auch E-Scooter und die sozialen Medien eine Rolle. Ebenso erwähnt wird, dass der ländliche Raum immer mehr zum Geschäftsfeld für Dealer wird. <b>Von Thomas Hörmann (tt.com)</b><BR /><BR />„Neben Österreichern drängen stetig mehr andere Nationen, insbesondere Personen aus dem Balkanraum, deutsche, ungarische und türkische Staatsangehörige, in den heimischen Markt und teilen sich diesen auf“, heißt es dazu im Drogenbericht: „Zudem ist festzustellen, dass auch albanische beziehungsweise nordmazedonische Staatsangehörige vermehrt mitmischen.“<h3> Hintermänner im Ausland</h3>Ein längeres Kapitel ist den Dealern aus den Maghreb-Staaten gewidmet, die nach ruhigen Jahren im Untergrund wieder verstärkt in den Straßenhandel eingestiegen sind. „Die Täter nutzen für die Kommunikation die sozialen Medien, telefonieren übers Internet und verwenden für die Suchtgiftauslieferung vermehrt E-Scooter“, beschreiben die Drogenfahnder die neuen Methoden. Organisiert wird das Geschäft von Hintermännern, die in Spanien, Italien und Marokko sitzen.<BR /><BR />Als Kuriere und Dealer kommen Personen aus den Maghreb-Staaten zum Einsatz, die sich meist nur wenige Monate in Innsbruck aufhalten und dann ausgetauscht werden. Somit sinkt das Risiko, von der Polizei ausgeforscht und inhaftiert zu werden. „Zudem wurde festgestellt, dass Tatverdächtige aus Nordafrika nicht mehr nur in Innsbruck tätig sind, sondern auf andere Bezirke in Tirol ausweichen“, heißt es im Drogenbericht. Für alle Dealergruppen gilt, dass die Drogen bevorzugt aus Deutschland, Holland und Italien importiert werden.<h3> Cannabis vor Kokain</h3>Wie die Aufgriffszahlen belegen, ist Cannabis nach wie vor die Droge Nummer eins in Tirol. 19,5 Kilo wurden 2020 zwischen Kufstein und St. Anton beschlagnahmt. Auffallend ist, dass die Eigenproduktion offenbar abnimmt. Lediglich 38 Plantagen spürten die Drogenfahnder im Vorjahr auf, um 24 weniger als 2024. Wie das BKA anmerkt, sind es weiterhin hauptsächlich Tiroler, die auf Eigenanbau setzen.<BR /><BR />Seit Jahren auf dem zweiten Rang in der Beliebtheitsskala ist weiterhin Kokain. Fast 27 Kilo beschlagnahmte die Polizei im Vorjahr, so viel wie noch nie. Zum Vergleich: 2024 wurden 8,2 Kilo sichergestellt. Die Polizei geht davon aus, dass die Nachfrage nach dem weißen Pulver erneut gestiegen ist. Das gilt auch für die Qualität – ein Reinheitsgrad von 80 Prozent ist in Tirol mittlerweile die Regel, über 90 Prozent sind keine Seltenheit mehr. Dazu kommt, dass die Suchtmittel-Experten der Polizei mit sinkenden Preisen rechnen. Nicht nur beim Kokain, sondern auch bei den anderen Drogen. Schon jetzt ist ein Gramm Koks in Innsbruck mit guten Kontakten für 70 Euro zu haben, vor Kurzem waren noch 100 Euro Standard.<BR /><BR />Für zunehmend aufwändigere Verfahren sorgen verschlüsselte Messengerdienste, die Dealer mittlerweile für die Kommunikation verwenden. Diesbezügliche Ermittlungen seien äußerst komplex, umfangreich und langwierig, merkt dazu das BKA an.<h3> Zahlen und Fakten zur Drogenszene</h3><b>Anzeigen:</b> Drogendelikte führten im Vorjahr zu 3826 Anzeigen in Tirol, was gegenüber 2024 einer Zunahme von 2,9 Prozent entspricht. In früheren Jahren waren mehr als 4000 Anzeigen keine Seltenheit. Die schweren Suchtgiftstraftaten sind im Vergleichszeitraum um 26,4 Prozent gestiegen: von 280 auf 354 Fälle.<BR /><BR /><b>Sicherstellungen:</b> Hier verzeichnete die Polizei in fast allen Kategorien ein Plus: Cannabis stieg von 181 Kilo auf 195, Kokain von 8,2 auf 26,8, Ecstasy von 2083 auf 16.239 Pillen. Methamphetamin von 483 auf 1089 Gramm. Beim Cannabis waren es aber auch schon 555 Kilo, die 2022 beschlagnahmt werden konnten.