Donnerstag, 14. April 2016

Einbrecher wüten in Kastelbell: "Sie werden immer brutaler"

Sie kamen mit schwerem Gerät, Hammer und Stahlzange und völlig vermummt: Mit brachialer Gewalt verschafften sich Einbrecher in der Nacht auf Donnerstag Zugang zum Onlinestore in Kastelbell. "Wenn man sieht, wie sie vorgehen, sind wir einfach nur froh, dass es so ausgegangen ist", sagt Geschäftsführer Otto Gluderer auf Nachfrage von STOL.

Über ein Tor verschafften sich die Täter Zugang.
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Über ein Tor verschafften sich die Täter Zugang.

Es war gegen 2.30 Uhr in der Früh, als die dreisten Täter zuschlugen. "Sie haben ein großes Tor aufgeschnitten, wie einen Tresor, um hereinzukommen", beschreibt Gluderer. 
Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie zwei Einbrecher sich im Inneren zu schaffen machten.

Einbrecher schlagen Loch in Innenwand

Sie hätten sich Zugang zu zwei Magazinen verschaffen wollen. Als dies nicht gelang, waren die Büroräume das nächste Ziel. Um dorthin zu gelangen, wurde dann sogar eine Wand durchgeschlagen. 

Das Loch in der Wand, das die Täter hinterließen. - Foto: privat

"Sie waren top ausgerüstet, hatten professionelles Gerät bei sich, von Stahlschere bis Hammer", schaudert es Gluderer. Auch seien die Täter vermummt gewesen, mit dicker Jacke, Mütze und Handschuhen ausgerüstet. "Sie haben nicht einen Fingerabdruck hinterlassen, auch wenn sich die Carabinieri bemüht haben, etwas zu finden", so Gluderer. 

Schäden am Gebäude beträchtlich

Durch das Eindringen wurde die Alarmanlage ausgelöst - was die Täter jedoch eingangs nicht schreckte. Sie rafften einige elektronische Geräte zusammen. "Deren Wert beläuft sich auf rund 5000 Euro", schätzt Gluderer. Der Alarm habe schließlich einen größeren Warenverlust verhindert. 

Dazu kommen aber noch die Schäden am Gebäude. "Bis wir alles wieder instand gesetzt haben, werden wir 5000 bis 6000 Euro ausgeben", schätzt der Geschäftsführer. Auch in Sachen Überwachung und Absicherung werde man zwangläufig nachrüsten müssen. "Wir glaubten bislang in Kastelbell gut geschützt zu sein", sagt er. Denn bereits im Jänner 2015 war in das firmeneigene Logistikzentrum in der Bozner Industriezone eingebrochen worden. 

Froh über diesen Ausgang 

Gluderer ist trotz allem froh über diesen Ausgang, denn "sie werden immer brutaler."

Eine Holzpalette  diente als Steighilfe, um über das aufgeschnittene Tor einzudringen. - Foto: privat

Drei Mitarbeiter und die Carabinieri seien auf das Alarmsignal in der Nacht aufmerksam geworden. Da Gluderer in der Nähe wohne, sei er schnell vor Ort gewesen. "Und ich bin froh, dass sie bei unserem Eintreffen schon weg waren", sagt er. Denn wie auch in anderen Fällen habe man nach einem Alarmsignal das Gebäude betreten. "Aber diese Leute haben nichts zu verlieren - und bei der Ausrüstung will ich mir nicht ausmalen, was bei einem Aufeinandertreffen passiert wäre", macht sich Gluderer so seine Gedanken. Besser sei in so einem Fall draußen auf die Ordnungshüter warten. 

Die Flucht: Über den engen Einstiegsweg wieder hinaus

Andererseits macht sich der Geschäftsführer nicht all zu große Hoffnungen, seine Ware wieder zu sehen. "Wenn man die in flagranti erwischt vielleicht, aber so..". 

Die Täter mussten sich auch auf dem Fluchtweg über den recht engen Kurs wieder hinaus ins Freie zwängen. Gluderer mutmaßt, dass sie sich dann über die Obstwiese abgesetzt hätten. "Dort hat dann wahrscheinlich ein dritter Beteiligter mit einem Auto gewartet, denn all zu weit werden die Einbrecher einen Flachbildschirm nicht getragen haben."

Am Donnerstag wurde das Material der Überwachungskamera gesichtet und die größten Schäden konnten provisorisch behoben werden. Die Ermittlungen durch die Carabinieri laufen. 

stol/ker

stol