Im Sommer werden die Einbrüche statistisch vor allem am Morgen verübt, während in den Wintermonaten die Abendstunden gefährlicher sind. Auf s+ erklärt Oberst Rivola, wie Sie Haus oder Wohnung am besten vor Dieben schützen. <BR /><BR /><BR />Er würde es als „criminal intelligence“ einstufen, was die Einbrecher an Vorarbeit leisten, sagt Oberst Raffaele Rivola. „In den sozialen Netzwerken wird recherchiert, aber auch Anrufe am Handy sind keine Seltenheit: So mischen sich unter die verschiedenen Spam-Anrufe der diversen Firmen auch Kriminelle, die Reparaturarbeiten an Telefonanlagen, angeblich notwendige Eingriffe an Elektroanlagen ankündigen, Informationen der Post über Renten oder auch ein Gespräch über Energiepreise anberaumen möchten. Man sollte sich hüten, Unbekannten zu sagen, wann man in Urlaub fährt oder zurückkommt“, sagt Rivola. Auch in den sozialen Netzwerken sollte man persönliche Informationen nur dann posten, wenn die Privacy-Einstellungen auf „nicht öffentlich“ lauten. <BR /><BR />Bereits unterm Jahr sei es sinnvoll, die <b>Zugänge zur Wohnung</b> zu überprüfen. „Wenn man beispielsweise auch über die Garage in die Wohnung gelangt, ist eine Panzertür als Eingangstür zu wenig, wenn das Garagentor nicht sicher ist“, warnt der Offizier. Man sollte an ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Wohnung denken. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="781526_image" /></div> <BR />Er rät zur Technologie, wenn es um Absicherung der eigenen 4 Wände geht. „Über 90 Prozent der Einbrüche können wir mit Hilfe von Aufnahmen von <b>Überwachungskameras</b> lösen. Sehr viele Gemeinden haben solche Kameras installiert. Immer mehr Bürger sichern auch ihre Wohnungen damit ab“, sagt Oberst Rivola. Natürlich gelte es, sich an die bestehenden Gesetze zu halten und die Privacy der Nachbarn nicht zu verletzen.<BR /><BR /> „Aber den eigenen Eingangsbereich kann man auch relativ kostengünstig überwachen, mit dem eigenen Handy verbinden oder, in Verbindung mit einer Alarmanlage, mit der nächsten Carabinieri- oder Polizeistation“, sagt Rivola. <BR /><BR /><embed id="dtext86-54844353_quote" /><BR /><BR />Das Allerwichtigste bei der Vorbeugung von Einbrüchen ist der <b>Bürgersinn und die Nachbarschaftssolidarität</b>: Nicht wegschauen oder -hören, wenn aus Nachbars Wohnung verdächtige Geräusche kommen. Dasselbe gilt für verdächtige Fahrzeuge. „Ich rufe dazu auf, die Notrufnummer 112 anzurufen, wenn man das Gefühl hat, es stimmt etwas nicht. Es gehört zu unserer Arbeit, verdächtigen Vorfällen auf den Grund zu gehen. Keiner bekommt Vorwürfe zu hören, wenn doch keine Straftat vorliegt“, sagt Rivola. <BR /><BR />Fakt ist, dass der Großteil der Einbrüche in den Städten Bozen, Meran und Bruneck verübt werden, eine weitere Hochburg ist Eppan, erst dann folgen Städte wie Brixen oder Leifers. <h3> Die Kriminalstatistik</h3>Zu den Zahlen: Von November 2019 bis Februar 2020 wurden etwa 500 Einbrüche verzeichnet, im Vergleichszeitraum 2021 bis 2022 waren es weniger als 400, führt Rivola aus. Im Sommer sind die Zahlen niedriger: Von Juni bis September 2019 waren es 332, im Vergleichszeitraum 2021 genau 178. „Die Gesamtinzidenz für Südtirol liegt bei 35 Einbrüchen bzw. Diebstählen auf 100.000 Einwohner“, sagt Rivola. Zum Vergleich: In der Provinz Mailand liegt die Inzidenz 4866 pro 100.000 Einwohner – das ist der gesamtstaatliche Spitzenwert. <BR /><BR />Wer nach Hause kommt und feststellt, dass an der Tür Hand angelegt worden ist oder der Verdacht besteht, dass die Einbrecher noch in der Wohnung sind, der sollte sofort die Ordnungskräfte alarmieren. „Man weiß nicht, mit wem man es zu tun hat – zum materiellen Schaden muss kein körperlicher Schaden hinzukommen“, sagt Rivola. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="781529_image" /></div> <BR /><BR />Neben der Haus- oder Wohnungstür sollte man das <b>Garagentor</b> nicht vergessen – besonders, wenn E-Bikes darin geparkt werden. „Sie sind beliebtes Diebesgut und sie finden viel Absatz, vor allem in Osteuropa. In Ländern, wo es kein Abkommen zur Rechtszusammenarbeit gibt, haben wir so gut wie keine Handhabe, Diebesgut zurückzuholen, auch wenn wir beispielsweise eine Seriennummer haben“, sagt Rivola. <BR /><BR />Stolz ist er darauf, dass bei der Veranstaltung „Hero Bike Marathon“ kein einziges Fahrrad gestohlen wurde – „weil wir uns besonders darauf vorbereitet haben“. Unterm Jahr ist das nicht so. Täglich werden im Durchschnitt in Südtirol fast 2 Fahrräder gestohlen, der Trend geht leicht nach unten. Von Juni 2019 bis Juni 2020 wurden 641 Fahrräder gestohlen, im laufenden Jahr waren es rund 500. „Die meisten Räder werden von 14 bis 17 Uhr oder nach 20 Uhr gestohlen, haben wir festgestellt“, sagt Rivola. <BR /><BR />Autodiebstähle würden hingegen nur wenige gemeldet – „häufiger werden Wertgegenstände aus Fahrzeugen gestohlen“, sagt Rivola. Diese Art von Diebstählen gibt es überall – vom Tal bis auf den Berg. „Auch auf vermeintlich einsamen Parkplätzen am Ausgangspunkt von Wanderungen werden sichtbare Wertgegenstände aus dem Auto gestohlen. Ich rate dazu, sie zu Hause zu lassen oder mitzunehmen“, sagt Oberst Rivola.<BR />