<b>Frau Dr. Weiss, seit wann sind Sie die Generalsekretärin der Bezirksgemeinschaft?</b><BR />Petra Weiss: Seit 2005, zuerst geschäftsführend, dann definitiv.<BR /><BR /><b>Sie sind die Chefin von wie vielen Beschäftigten?</b><BR />Weiss: Von rund 420. Seit der Übernahme der Sozialdienste in den 1990er Jahren ist die Bezirksgemeinschaft sehr groß geworden. Inzwischen führen wir auch 2 Altersheime.<BR /><BR /><b>Was ist besonders interessant an ihrem Job?</b><BR />Weiss: Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich. Wir können sehr viel für die Lebensqualität der Menschen tun. Ich sehe für die Bürger einen großen Sinn und Mehrwert in der Bezirksgemeinschaft. In den 26 Mitgliedsgemeinden haben wir auch sehr unterschiedliche Realitäten. Meran und Lana haben ganz andere Bedürfnisse als beispielsweise der Deutschnonsberg, wo es um die Förderung des ländlichen Raums geht.<BR /><BR /><b>Was ist besonders anspruchsvoll in ihrem Job?</b><BR />Weiss: In meiner Arbeit ist herausfordernd, sich immer wieder mit neuen Themen zu beschäftigen und sich den unterschiedlichsten Problematiken zu stellen. Ich habe glücklicherweise ein gutes Team.<BR /><BR /><b>Hat sich Ihre Arbeit im Laufe der Jahre verändert?</b><BR />Weiss: Ja. In der öffentlichen Verwaltung müssen wir mehr Berichte für Ämter und Behörden verfassen als früher. Im Vergabewesen hat sich viel geändert. Die Digitalisierung hat ebenfalls große Veränderungen in der Verwaltung gebracht. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.<BR /><BR /><b>Sie sind auch die Gemeindesekretärin der Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde/St. Felix.</b><BR />Weiss: Ja, vor 5 Jahren gab es eine Anfrage der Gemeinde. Es sollte eine kurze Vertretung sein, weil die Gemeinde keinen Sekretär hatte. Inzwischen hat die Bezirksgemeinschaft eine Vereinbarung mit der Gemeinde über die Abwicklung verschiedener Dienste.<BR /><BR /><b>Was ist an dieser Aufgabe besonders interessant?</b><BR />Weiss: Sie ist ebenfalls sehr abwechslungsreich. Auch in einer Gemeinde ist man für die Lebensqualität der Bevölkerung verantwortlich und arbeitet im Team. Es braucht eine gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und den politischen Vertretern, wenn eine Gemeinde funktionieren soll. Das ist so wie in der Bezirksgemeinschaft.<BR /><BR /><b>Was ist besonders anspruchsvoll?</b><BR />Weiss: In einer kleinen Gemeinde ist man als Gemeindesekretärin die einzige Führungskraft. Bei komplexen Fragen bin ich für die Mitarbeiter die Ansprechpartnerin und muss Lösungen finden.<BR /><BR /><b>Sie sind auch Verwaltungsrätin der Raiffeisenkasse Lana.</b><BR />Weiss: Ja, das ist ein ganz anderer Bereich als die öffentliche Verwaltung. In einer Genossenschaftsbank werden die Mitglieder gefördert, die lokale Wirtschaft und die Nachhaltigkeit. Es entsteht ein Mehrwert für die Bevölkerung. Das ist mir wichtig, aber es interessiert mich auch das Organisatorische. Man kann aus solchen Erfahrungen nur lernen.<BR /><BR /><b>Sie sind nicht nur beruflich sehr engagiert, sie haben auch eine Familie.</b><b>Wie klappt das?</b><BR />Weiss. Ich habe 2 Töchter, eine studiert, die andere besucht die Mittelschule. Ich habe ein familiäres Umfeld, das mich unterstützt. Wir wohnen in Meran, ich muss also auch nicht pendeln.<BR /><BR /><b>Wie ging das, als die Kinder kleiner waren?</b><BR />Weiss: Da war es schwierig. Ohne Kindermädchen wäre es nicht zu bewältigen gewesen. Mit kleinen Kindern ist ein Vollzeitjob eine Herausforderung. Perfektionismus ist in einer solchen Situation nicht angebracht.<BR /><BR /><b>Was würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?</b><BR />Weiss: Das, was ich meinen Töchtern auch sage: Sie sollen ihre Talente und Fähigkeiten fördern, ohne sich von Rollenbildern einschränken zu lassen. Jeder, ob Mann oder Frau, muss seinen Weg finden<BR />Interview: Lisa Ehrenstrasser<BR />