Auch der Papst war in seinen jungen Jahren verliebt. Dies geschah 1958 als der künftige Papst Franziskus, im Alter von 22 Jahren das Priesterseminar in Argentinien besuchte. Bei der Hochzeit eines seiner Onkel lernte er ein Mädchen kennen, das ihm den Kopf verdrehte. Die Schönheit der jungen Frau habe ihn stark beeindruckt. <BR /><BR />„Eine gewisse Zeit lang war mein Kopf so verdreht, dass ich nicht mal beten konnte, ohne ihr Bild vor Augen zu haben - und das ständig“, gibt Franziskus in „Hoffe“ (Kösel-Verlag), seiner Autobiografie, zu, die am Dienstag zeitgleich in 80 Ländern der Welt erschienen ist. <h3> Zweifel sind „etwas ganz Normales“</h3> Wer das geheimnisvolle Mädchen war, enthüllt der 88-jährige Franziskus nicht. Die Liebe zu der jungen Frau habe ihn eine Zeit lang verwirrt. Aus heutiger Sicht sei diese Phase „etwas ganz Normales“ gewesen.<BR /><BR /> „Ich fände es sogar anormal , hätte ich diese Momente des Zweifels nicht erlebt“, schreibt Franziskus. „Auch heute denke ich, wenn ein junger Mann oder eine junge Frau sich vom Herrn berufen fühlt, aber nie Zweifel oder Unsicherheit empfindet, dann fehlt ihm oder ihr etwas. In diesen Fällen bin ich misstrauisch“, betont der Pontifex. Von seiner Berufung habe er sich jedoch trotz allem nicht abbringen lassen. „Es wäre mir nicht im Traum eingefallen zu heiraten“, schreibt der heutige Papst. <h3>Eine „Reise der Hoffnung“</h3>Als „Reise der Hoffnung“ bezeichnet Franziskus im Rückblick sein langes und ereignisreiches Leben. „Das Buch meines Lebens ist die Geschichte einer Reise der Hoffnung, einer Reise, die ich nicht von der Reise meiner Familie, meines Volkes, des gesamten Volkes Gottes trennen kann“, so Franziskus, der seit März 2019 an dem Text gearbeitet hat. Der Papst sei von seinem ursprünglichen Plan abgewichen und habe entschieden, seine Memoiren schon zu Lebzeiten zu veröffentlichen.<BR /><BR /> Damit sei er der erste Pontifex, der diesen Beschluss gefasst habe, teilte der Verlag mit. Im neuen Buch tritt Franziskus nicht als Interviewter, sondern als Erzähler in Erscheinung, der mit Direktheit, Tiefgang und oft einem Augenzwinkern sein Leben Revue passieren lässt.<BR /><BR /> Aus der Perspektive des Erzählers gibt Franziskus viele Einblicke in seine Kindheit. Fußball spielte damals für ihn eine große Rolle - als Fan des argentinischen Vereins San Lorenzo, aber auch als Spieler. Der kleine Jorge stand dabei zumeist im Tor. Denn ein großer Ballkünstler sei er nicht gewesen, gesteht der Papst. Er musste wegen Plattfüßen orthopädische Schuhe tragen.<BR /><BR />Der Papst beschreibt sich selbst als melancholisch. So erzählt er von Besuchen bei einer Psychiaterin in Zeiten der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983), von seinen Neurosen und seiner Ungeduld, die ihn auch als Papst hin und wieder ins Stolpern gebracht hätten. Bergoglios Wutausbrüche sind im Vatikan bekannt.