Dienstag, 23. März 2021

Eine Million Biontech-Impfdosen für Italien

Italien steht kurz vor einer großen Lieferung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer.Das kündigte Francesco Paolo Figliuolo, Regierungskommissar für den Corona-Notfall, am Montag bei einem Treffen mit Ministerpräsident Mario Draghi an.

Italien soll am heutigen Dienstag eine Million Biontech-Impfdosen erhalten.
Italien soll am heutigen Dienstag eine Million Biontech-Impfdosen erhalten. - Foto: © APA (AFP) / JEAN-FRANCOIS MONIER
Das Vakzin werde innerhalb der kommenden 24 Stunden geliefert, so Figliuolo – also voraussichtlich am heutigen Dienstag.

Dann soll der Impfstoff umgehend auf insgesamt 214 Sanitätseinheiten auf dem gesamten Staatsgebiet verteilt werden. Damit wird der Impfplan der Regierung einen kräftigen Schub erhalten.

Am Montag waren zudem 333.000 Dosen des Impfstoffs von Moderna in Rom eingetroffen, die auf ganz Italien verteilt werden.

Die italienische Regierung will bis zur dritten April-Woche das Ziel von 500.000 Immunisierungen pro Tag erreichen. Derzeit werden täglich 170.000 Personen geimpft. Bis Ende September sollen 80 Prozent der Bevölkerung immunisiert worden sein.

Kommende Woche soll eine weitere Million Impfdosen von Biontech/Pfizer in Italien eintreffen, zudem 500.000 von Moderna und 300.000 vom schwedisch-englischen Unternehmen AstraZeneca, das aber bis Ende März 2,6 Millionen Impfdosen weniger liefere als eingeplant, hieß es am Montag.

Lombardei: Organisatorische Probleme beim Impfen

Unterdessen kämpft die Lombardei mit großen Problemen beim eigenen Anmeldesystem für die Impfung. Wegen organisatorischer Probleme konnten zuletzt nicht mehr als 30.000 Menschen pro Tag geimpft werden.

In Cremona etwa blieb am Sonntag ein großes Impfzentrum fast leer, da das Anmeldesystem nur 58 der 600 zu impfenden Personen informiert hatte.

Deshalb verlangte der lombardische Präsident Attilio Fontana am Montag den Rücktritt des Aufsichtsrats der regionalen Gesellschaft „Aria“, die im Auftrag der Region Lombardei das Anmeldesystem für die Impfungen koordiniert.

„Die Probleme mit dem Informatik-System haben vielen Bürgern Unannehmlichkeiten verursacht und die Arbeit des Gesundheitspersonals beeinträchtigt. Das ist unannehmbar“, betonte Fontana.

Lega-Chef Matteo Salvini kündigte an, dass bereits im Laufe der Woche die italienische Post die Verantwortung für das Anmeldesystem in der Lombardei übernehmen solle. „Verzögerungen bei der Impfkampagne können nicht mehr geduldet werden“, betonte Salvini.

Probleme gibt es aber auch in Venetien. 50 Prozent der Lehrer, die sich für die Impfung mit AstraZeneca angemeldet hatten, erschienen nicht zur Impfung, berichtete der Präsident Venetiens Luca Zaia. „Sie erscheinen nicht, obwohl sie sich für die Impfung angemeldet haben. Wir hoffen, dass dieses Phänomen nachlässt. Wer sich nicht mit AstraZeneca impfen lassen will, soll sich abmelden, damit wir das Vakzin anderen Bürgern zur Verfügung stellen können“, sagte Zaia.

apa